31 Tipps gegen Migräne

Aus Schulmedizin und Alternativ-Heilkunde

Rund 15 Prozent aller Frauen und sechs Prozent aller Männer haben mindestens einmal im Jahr mit Migräne zu tun. Anfallsartig auftretender, halbseitiger Kopfschmerz ist das Hauptsymptom. Übelkeit, Erbrechen und Lichtscheuheit kommen bei Migräne oft hinzu. In schweren Fällen wird ein Migräneanfall von einer sogenannten Aura begleitet. Sie macht sich durch Flimmern und Schwarzwerden vor den Augen bemerkbar. Aber auch unübliche Geschmacks- und Geruchsempfindungen sind möglich. Manchmal wird Migräne durch klar erkennbare Ursachen (Stress, Wetterumschwung, Kälte) ausgelöst. In vielen Fällen sind die auslösenden Faktoren schwerer zu ermitteln.

  • So wird Migräne in der SCHULMEDIZIN behandelt

  1. Zur Vorbeugung gibt es Topiramat, ein nebenwirkungsreiches Arzneimittel, das ursprünglich zur Behandlung von Epilepsie entwickelt wurde.
  2. Weitere Mittel zur Migräne-Prophylaxe: die Betablocker Metoprolol und Propranolol.
  3. Wirksamkeit versprechen auch Magnesium­präparate.
  4. Zur Therapie akuter Migräneattacken werden in schweren Fällen Triptane verschrieben. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Triptanen (Sumatriptan, Zolmitriptan, Naratriptan, Rizatriptan etc.). Sie alle können bei zu häufiger Einnahme zu einer Erhöhung der Attacken­frequenz und letztlich zu medikamentenausgelöstem Dauerkopf­schmerzen führen. Bei rund einem Viertel aller Patienten wirken Triptane bei Migräne nicht.
  5. „Klassische“ Schmerzmittel (Analge­tika) auf der Basis von Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol sind in der Schulmedizin Mittel „erster Wahl“ bei leichten und mittelgradigen Migränekopf­schmerzen. Empfehlung: Einnahme als Brause- oder Kautablette, der Wirkstoff wird dann schneller vom Organismus aufgenommen. Auch Schmerzmittel können auf Dauer Kopfschmerzen fördern. Während der Schwangerschaft Triptane und Schmerzmittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen.
  6. Wer stark unter Migräne leidet (drei oder mehr Attacken pro Monat), dem wird eine psychologische Therapie empfohlen.

  • Medizin aus der Pflanzenheilkunde

  1. Die Pestwurz wurde bereits in der Antike gegen Schmerzen und Krämpfe eingesetzt, z. B. enthalten in Petadolex-Kapseln. Bei einer Studie zur Behandlung von Migräne mit Pestwurz traten 58 Prozent weniger Migräneattacken auf.
  2. Die Blätter des Mutterkrauts (gibt es als Fertigpräparat) vermindern nachweislich das Auftreten von Migräneanfällen, wenn sie über Wochen regelmäßig vorbeugend eingenommen werden.
  3. Die Entspannung fördert Lavendelöl aus der Aromatherapie.
  4. Vorbeugend zur Reduzierung der Anfallshäufigkeit und zur Linderung der Schmer­zen kann auch Paullinia cupana (Guarana) in Frage kommen.
     

  • NATURHEILVERFAHREN: Wechselduschen und Kneippsche Bäder

  1. Sinnvoll zur Vorbeugung: Kneippsche Bäder (Wechselgüsse), um so die Gefäßregulation zu trainieren.
  2. Auch regelmäßige Wechselduschen (lang warm – kurz kalt – lang warm – kurz kalt) am Morgen können zur Vorbeugung vor Migräneattacken sinnvoll sein.

 

  • HOMÖOPATHIE: Je nach Konstitution stehen vielen Einzelmittel zur Verfügung

  1. Folgende Einzelmittel haben sich insbesondere bei vorbeugender Migräne-Behandlung bewährt: Belladonna D4 bei plötzlich auftretendem, pulsierendem Kopfschmerz;
  2. Cocculus D4 bei Schmerzen im Hinterkopf und Nacken;
  3. Cimicifuga D3 bei Kopfschmerzen an verschiedenen Stellen;
  4. Gelsemium D4 bei dumpfen Kopfschmerzen;
  5. Coffea D12 bei Nagelkopfschmerz mit Hitzegefühl im Kopf;
  6. Ignatia D4 bei berstendem, pulsierendem Nagel­kopfschmerz.
  7. Mittlerweile gibt es auch viele Komplex­mittel, also Mischungen aus bewährten Einzelmitteln, z. B. Hevert-Migräne N Tropfen (vom Hersteller insbesondere zur Vorbeugung empfohlen), Biodolor von Pflüger oder Cyclamen Pentarkan von DHU.

 

  • ASIATISCHE MEDIZIN

  1. Akupunktur reduziert die Häufigkeit von Migräneattacken. Meist wird zweimal in der Woche therapiert in Serien von 10-12 Behandlungen. Eine Untersuchung an 50 Patienten hat gezeigt, dass 60 Prozent der Patienten dauerhaft schmerzfrei werden und 28 Prozent gaben eine deutliche Besserung an. Vorausgesetzt, der Akupunkteur schafft es, die richtige Auswahl der zu nadelnden Punkte zu treffen. Zur Linderung akuter Migräne-Attacken eignet sich das Verfahren aber nicht. Es sollte in den beschwerdefreien Zeiten zur Vorbeugung eingesetzt werden, so Professor Hans-Christoph Diener von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.
  2. In der ayurvedischen Medizin wird Migräne als Vata-Störung begriffen. Eine Kopfmassage mit Olivenöl soll oft Erleichterung bringen.
     

 

  • ERNÄHRUNG: Vegetarische Ernährung kann helfen

  1. Geschätzte 20 Prozent aller Migräneanfälle sind auf Lebensmittel-Zusatzstoffe zurückzuführen. Auslöser können sein: Glutamat, Süßungsmittel (z. B. Aspartam), Konser­vierungsstoffe. Kritische Nahrungsmittel sind: Alkohol, Schokolade, Rotwein und Käse. Sinnvoll ist es deshalb, die kritischen Stoffe in der Ernährung zu meiden.
  2. Auch ein zeitweiliger Totalentzug der Nahrung mit Fasten (Heilfasten) hat sich bewährt.
  3. Vegeta­rische Ernährung kann ebenfalls zu einer Reduzierung der Migräneanfälle führen.

 

  • Auch das soll bei Migräne helfen: Stress meiden, eventuell die Pille absetzen oder wechseln

  1. Häufig ist Stress oder die Erwartung von Stress Auslöser für einen Migräne­anfall. Erfolgversprechend sind Entspan­nungs­techniken, z.B. die Muskel­entspannung nach Jacobson. Ziel ist es, den Spannungszustand der gesamten Körpermus­kulatur zu reduzieren. Das Biofeedback soll dem Patienten die bewusste Steuerung und Veränderung von Körperfunktionen ermöglichen.
  2. Empfehlenswert im Bereich der Vorbeugung vor Migräneattacken sind Ausdauersportarten (Joggen, Walking, Schwimmen, Fahrradfahren, Nordic Walking etc.). Sportarten mit Belastungsspitzen (Tennis, Squash etc.) sollten gemieden werden.
  3. Massagen (insbesondere Rücken-Brustkorb-Kopf-Nacken, sogenannte Migränemassage) sollen helfen können
  4. Fuß­reflexzonenmassagen helfen ebenfalls, den Körper zu entspannen.
  5. Wenn ein Zusammenhang mit einem oralen Verhütungsmittel (Pille) vermutet wird, sollte es gewechselt oder ein nicht-hormonelles Verhütungs­mittel genommen werden.

  6. Wirksamkeit in der Migränebehandlung sagt man auch der sogenannten Transkutanen Elek­trischen Nervenstimulation (TENS) nach. Mit Strom geringer Stärke werden die schmerzhemmenden Systeme des Körpers aktiviert.
  7. In einigen Fällen kann auch eine Zahnsanierung aufgrund zu hoher Quecksilber­belastung sinnvoll sein; das sollte erst dann erwogen werden, wenn andere Therapien versagen. → weiter

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