Abnehmen: Warum es häufig nicht klappt

Hunger-Hormon Ghrelin ist schuld

 Schnell soll es gehen mit dem Abnehmen, ganz schnell. Zehn Kilo in zehn Wochen? Das ist überhaupt kein Problem – vorausgesetzt, man glaubt den einschlägigen Zeitschriften, die jede Woche mit einem neuen Vorschlag aufwarten. Das Problem ist nur: Wenn hinter der Abspeckkur keine Ernährungsumstellung steht, sind die Pfunde schnell wieder drauf – und vielleicht sogar noch ein paar mehr. Warum klappt es eigentlich nicht mit dem Abnehmen?

Jojo-Effekt nennt sich das Phänomen, wenn die abgespeckten Pfunde nach kurzer Zeit wieder auf den Rippen sind. Ernährungswissenschaftler aus Australien haben kürzlich herausgefunden, wie der Jojo-Effekt genau funktioniert.

Was passiert, wenn wir in kurzer Zeit viel abnehmen?

Es sind verschiedene Hormone, die nach einer Diät den Appetit antreiben: Studienteilnehmer hatten zirka 15 Prozent Körpergewicht in 10 Wochen verloren. Doch für den Organismus war das ein bisschen zu viel auf einmal. Ein Jahr nach Beendigung der Diät war im Schnitt die Hälfte des Gewichtsverlusts schon wieder auf den Rippen.

Mehrere Hormone wurden gemessen, u.a. auch das bekannte Hormon Ghrelin, das für das Hungergefühl zuständig ist. Das Ergebnis: Auch ein Jahr nach Beendigung der Diät war Ghrelin noch viel aktiver als vor der Diät, was die Wissenschaftler so nicht erwartet hatten.

Hormon Ghrelin treibt die Aufnahme von Kalorien an

Für sie steht deshalb fest: Auch lange nach Beendigung einer Radikaldiät treibt das Hormon den Organismus verstärkt zur Kalorienaufnahme an – vermutlich so lange, bis zumindest das Ausgangsgewicht wieder erreicht ist. Sind also alle Abspeckbemühungen vertane Zeit, weil man unter dem Einfluss von Hormonen steht?

Eher nicht, wenn man sich Langfriststudien ohne Radikaldiäten ansieht.

Unter Ernährungs­wissenschaftlern geht es seit einigen Jahren eigentlich nur noch um eine Frage: Soll, wer dauerhaft abnehmen will, seinen Fettkonsum herunterschrauben („Low Fat“) oder weniger Kohlenhydrate konsumieren („Low Carb“*)?

 

Die dritte Abnehmvariante, nämlich „weniger zu essen“, ist schon lange aus dem Rennen. Denn weniger essen heißt in der Praxis, nichts mehr essen zu dürfen, obwohl man noch Hunger hat, was erfahrungsgemäß schon über einen Zeitraum von einigen Wochen nicht durchzuhalten ist.
 

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