Allergie-Therapie: Pollen, Medikamente, Kosmetika, Katzenhaare und Hausstaub gehören zu den Hauptauslösern

Allergische Erkrankungen nehmen zu

Sie sind die neue Plage des 21. Jahrhunderts. Schleichend machen sich Allergien breit und haben hierzulande schon gut ein Drittel aller Menschen erfasst. Zu den Auslösern gehören u.a. Pollen oder Bestandteile in der Nahrung, aber auch Medikamente, Kosmetika, Katzenhaare und Hausstaub.Kommen dann noch Symptomverstärker wie Autoabgase oder psychischer Stress hinzu, gibt es meist kein Entrinnen. Mögliche Folgen: Die Augen röten sich, die Nase schwillt zu oder Niesattacken quälen. Auf der Haut zeigen sich kleine rote Pusteln oder die Mundschleimhäute schwellen an. Und wenn die Lunge betroffen ist, können Atemnot oder allergisches Asthma die Folgen sein.

Erst testen, ob überhaupt eine Allergie vorliegt („Prick-Test“)

„Die Ursachen für die Entwicklung und Zunahme allergischer Erkrankungen sind nach wie vor weitgehend ungeklärt“, so die Deutsche Gesellschaft für Allergologie. Die richtige Vorbeugung ist deshalb wichtig – wenn auch recht aufwändig. Denn was sind die Ursachen, wenn zum Beispiel die Haut juckt und schuppt? Viele finden sich damit ab und haben solche Auffälligkeiten zum akzeptierten Teil ihres  Lebens gemacht. Aber besonders den Menschen, die ohnehin schon Probleme mit ihrer Haut haben, können bestimmte Nahrungsmittelbestandteile das Leben noch zusätzlich schwer machen.

So reagieren ein Drittel aller Kinder mit Neurodermitis allergisch auf bestimmte Nahrungsmittel wie Kuhmilch, Hühnereiweiß und Weizen.

Auf Verdacht, so die Empfehlung von Allergologen, sollte man aber insbesondere bei Kindern Grundnahrungsmittel nicht weglassen, da sonst die Gefahr einer Mangelernährung besteht. Der sicherere Weg ist: Erst sollte getestet werden, ob überhaupt eine Allergie vorliegt („Prick-Test“) und um welche es sich handelt. Dann lässt sich das betreffende Nahrungsmittel oder ein Nahrungsmittelbestandteil gezielt meiden.

Gerade Nahrungsmittelallergien haben in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Eine Ursache sind exotische Nahrungsmittel und Gewürze, auf die europäische Mägen und Därme gar nicht vorbereitet sind. Erschwerend kommt hinzu: Nicht zuletzt naturbelassene und unverarbeitete Lebensmittel auch aus hiesigen Gärten können eine starke allergene Wirkung haben (siehe Liste).

Allergieauslösenden Stoffe – meist sind es Eiweiße oder Eiweißverbindungen

Häufig hilft aber schon kurzzeitiges aufkochen, dünsten oder garen, um die allergieauslösenden Stoffe – meist Eiweiße oder Eiweißverbindungen – unschädlich zu machen. Aber auch andere Verarbeitungsformen wie reiben und raspeln kann die Allergenstruktur eines Nahrungsmittels zerstören. Zu den Ausnahmen zählen Seefische und Erdnüsse, aber auch Sellerie und Haselnüsse. Sie bleiben auch nach dem Erhitzen oder Kochen allergisch wirksam, weil sich bei diesen Produkten die entscheidenden Eiweißmoleküle nicht verändern.

Ein besonderer Fall ist Kuhmilch. Sie enthält mehr als 25 verschiedene Eiweiße. Doch nur einige sind Allergieauslöser. Je nachdem, auf welchen Bestandteil man allergisch reagiert, kann Kochen in manchen Fällen helfen. So können viele Molkeneiweiß-Allergiker durchaus geringe Mengen H-Milch vertragen. Auch Sauermilcherzeugnisse stehen nicht gleich auf der Verbotsliste. Hier hilft austesten.

Besonders Pollenallergiker haben häufig mit sogenannten Kreuzallergien zu kämpfen: Wer auf Hasel-, Erle- und Birkenpollen reagiert, verträgt oft Nüsse und Kernobst schlecht; wer Gräserpollen meiden muss, verträgt oft auch keine Erdnüsse und Sojaprodukte. Und allergische Reaktionen auf Beifuß und Kamille gehen häufig mit Sellerie-, Fenchel- oder Kümmelallergien einher. → Weiter mit Seite 2

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