Burnout durch falsche Ernährung

Ohne die richtigen Vitamine und Spurenelemente keine Glückshormone

Legen Sie sich ein gesundes Selbstbewusstsein zu und lernen Sie mit Stress umzugehen – und schon sind Sie sicher vor einem Burnout. So lautet die herkömmliche Empfehlung vieler Psychologen. Doch mittlerweile rückt unser tägliches Essen in den Fokus: Burnout wird danach zumindest teilweise auf falsche Ernährung zurückgeführt. Eine These, die in der Wissenschaft immer mehr Fürsprecher findet.

 Neu ist der Zusammenhang zwischen Ernährung und Psyche nicht. Wir wissen es aus eigener Erfahrung: Wer hungrig ist, kann sich nicht mehr richtig konzentrieren, wer übermäßig viel gegessen hat, den überkommt häufig Müdigkeit. Und ein rundum gelungen zubereitetes Essen hebt die Stimmung – und macht nicht nur einfach satt.

Es sind bestimmte Essensbestandteile, die über ziemlich verschlungene biochemische Wege unsere Glücksgefühle beflügeln ­– oder nach unten ziehen. Wie das alles miteinander zusammenhängt, welche Inhaltsstoffe wie und auf welchem Weg genau unsere Gefühle und Gedanken beeinflussen – da stochern Wissenschaftler noch ziemlich im Nebel herum.

Pharmafirmen verdienen lieber an Burnout-Pillen

Wie es aussieht, wird sich das auch in nächster Zukunft nicht groß ändern. Denn das Geld, mit dem solche Forschung bezahlt werden könnte, kommt von den Pharmafirmen die viel lieber Burnout-Pillen (Antidepressiva) entwickeln und dann teuer verkaufen, als dass sie sich mit Ernährungsfragen beschäftigen.

Und trotzdem ist mittlerweile bekannt, dass bestimmte Nahrungsbestandteile eine wichtige Rolle bei vielen Vorgängen innerhalb des Körpers spielen. Gleiches gilt auch für die Entstehung von Burnout.

So weiß man, dass ein hoher Stresshormonspiegel (zuviel Cortisol im Blut) die Bildung der Hormone Serotonin und Noradrenalin behindert. Serotonin ist für unsere gute Laune verantwortlich und Noradrenalin für den inneren Antrieb, dass wir zum Beispiel morgens überhaupt aus dem Bett kommen. „Wird die körpereigene Bildung dieser positiv wirkenden Hormone unterdrückt, sinkt die Belastbarkeit“, so der Mediziner Michael Spitzbart. Oder anders ausgedrückt: Die gefühlte Arbeitsbelastung steigt.

Stress ist eben nicht nur ein rein psychisches Problem und kann deshalb nicht nur mit psychologischen Mitteln gelöst werden. Denn Stress greift in unseren Hormonhaushalt ein.

Wenn die Glückshormone aufgebraucht sind, wo kommt dann der Nachschub her?

Kurzzeitige Stressspitzen sind für den Organismus kein Problem. Auch der Hormonhaushalt kommt damit zurecht. Krank macht hingegen Dauerstress, der zu Burnout führen kann. Denn irgendwann sind bei den meisten Menschen die Hormone aufgebraucht, die für gute Stimmung und Antrieb zuständig sind. Serotonin und Noradrenalin werden dann schneller verbraucht als die Speicher aufgefüllt werden können.

Unter normalen Umständen sorgt nämlich der Organismus dafür, dass genügend Gute-Laune-Hormone vorhanden sind.

Ernährung mit stark verarbeiteten Lebensmitteln macht die Psyche nicht glücklich

Der Grundstoff für ihre Herstellung, die Aminosäure Trypophan, ist Bestandteil vieler Lebensmittel – vorausgesetzt, die Lebensmittel sind nicht industriell „veredelt“ worden. Denn Nährwertmessungen haben gezeigt: Je verarbeiteter ein Nahrungsmittel ist, desto geringer ist auch sein Gehalt an Tryptophan. Fertiggerichte, Tütensuppen, Fertigsoßen, Tiefkühlpizza oder Mikrowellen-Hamburger machen uns zwar satt, unsere Psyche aber nicht glücklich. Reichlich Tryptophan ist unter anderem in Nüssen (insbesondere Erdnüsse und Cashew-Kerne), Rindfleisch, Schweineleber und Sojabohnen enthalten. Auch Vollkornprodukte sind gute Tryptophanquellen.

So sinnvoll deshalb eine Ernährungsumstellung auch sein dürfte – ein manifestes Erschöpfungssyndrom kann kurzfristig mit tryptophanreicher Nahrung nicht zum Verschwinden gebracht werden. Doch Psycho-Pillen braucht man trotzdem nicht, ist sich der Burn­out-Experte und Buchautor Dr. Michael Spitzbart ("Erschöpfung und Depression. Wenn die Hormone verrückt spielen") sicher. Wenn gehirnaktive Eiweißbausteine fehlen – was sich mittels eines Bluttests feststellen lässt – dann können sie ersetzt werden.

Beispiele: So macht die Aminosäure Trypophan glücklich

Der Mediziner aus Bad Aibling erzählt von einem Patienten, bei dem eine konventionelle Burnout-Behandlung nicht angeschlagen hatte und der schon jahrelang von Arzt zu Arzt gelaufen war.

Dr. Spitzbart machte einen Bluttest und ermittelte einen Serotoninwert von 9 Mikrogramm pro Liter – üblich sind 150 bis 200 Mikrogramm. „Ursache für das tiefe Serotonin war ein eklatanter Mangel der essentiellen, gehirnaktiven Aminosäure Tryptophan“, so der Mediziner. Doch ohne Tryptophan kann der Körper kein Serotonin herstellen.

Dr. Spitzbart: „In den nächsten Wochen bestand die ursächliche Therapie also darin, die körpereigene Serotoninproduktion durch die Gabe der natürlichen Aminosäure Trypophan auf natürliche Weise anzukurbeln.“ Wobei er darauf hinweist, dass es sich dabei nicht um ein Medikament handelt, sondern um einen in Lebensmitteln vorkommenden Stoff. Der Unterschied ist nur: In diesem Fall wird Trypophan konzentriert verabreicht, um eine schnelle Wirkung zu erzielen.

Und wie erging es danach dem Patienten, einem Studenten? Dr. Spitzbart: „Die Heilung nach vierjähriger Odyssee erfolgte dann schneller, als wir es beide für möglich gehalten hätten. Schon nach zwei Tagen spürte er die erste Besserung, nach vier Wochen ging er wieder aus dem Haus, und nach weiteren sechs Monaten trat er erstmals als Lehrer in den Schuldienst ein, wo er bis heute arbeitet.“

Hauptgrund für Burnout: falsche Ernährung

„Holt den Burnout aus der Psycho-Ecke“ sagen auch Uschi Eichinger und Kyra Hoffmann-Nachum. Wie Michael Spitzbart gehen die beiden Heilpraktikerinnen auch davon aus, dass falsche Ernährung mit ein Hauptgrund für Burnout ist. Doch sie fragen auch: Ist mit dem Darm alles in Ordnung? So ist zum Beispiel bekannt, dass bei einer Fruktoseintoleranz die Tryptophanmenge im Blut sehr gering ist.

Auch Übergewicht kann mit schlechten Tryptophanwerten einhergehen. Wenn dann bei einer Diät auch noch trypophanarm gegessen wird (also zum Beispiel rein vegetarisch), geht die Stimmung häufig noch weiter nach unten.

Wer ohne Burnout durchs Leben kommen will, braucht aber nicht nur die richtigen Aminosäuren in ausreichender Menge, auch viel Bewegung – am besten an der frischen Luft – Sonne und ein durch Regelmäßigkeit geprägtes Leben gehören dazu.

Burnout: Zwei Behandlungswege

Herkömmliche Methode

  • Änderung der persönlichen
  • Lebenssituation plus
  • Psychotherapie und / oder
  • Psychopharmaka

Psychotherapie: Es wird z. B. nach einschneidenden Erlebnissen in der persönlichen Vergangenheit geforscht. Glaubt der Therapeut sie entdeckt zu haben, geht er davon aus, dass das die „eigentliche“ Ursache für das Burnout ist. Seine Hoffnung: Wenn der Patient über diese Ereignisse frei mit jemandem sprechen kann, nimmt das die Last von seinen Schultern. Diese gewonnene Freiheit macht ihn (wieder) stark.

Medikamente: Sie werden häufig allein oder in Kombination mit Psychotherapie verschrieben. In der Regel handelt es sich um Antidepressiva. Ziel ist es, die Menge des Gute-Laune-Hormons Serotonin im Blut zu erhöhen. Der Hauptkritikpunkt an dieser Therapieform: Es wird nicht der Versuch gemacht, den Körper dazu zu bringen, selbst mehr Serotonin (und andere stimmungsstabilisierende Hormone) zu produzieren.

Alternativ-Methode

  • Änderung der persönlichen Lebenssituation
  • Auffüllen der Hormondepots auf natürlichem Weg

Ziel der Behandlung ist es, auf natürlichem Weg das Niveau der Stimmungshormone zu heben. Die wichtigsten sind Serotonin (Glückshormon) sowie Dopamin und Noradrenalin (Antriebshormone). Dazu muss der Körper ausreichend mit den passenden Eiweißen (Aminosäuren) versorgt werden. Denn aus diesen Eiweißen, die wir über unsere Ernährung zu uns nehmen können, werden die Hormone natürlicherweise gebildet.

Bei einer Burnout-Behandlung wird zum Beispiel die Aminosäure Trypophan konzentriert verabreicht.

Diese Form der Behandlung wird erst von wenigen Ärzten praktiziert und gilt als Außenseitermethode. Das Interesse der forschenden Pharmaindustrie an diesem Thema ist gering. Denn Aminosäuren sind nicht patentierfähig und die Gewinnspannen sind zu gering.

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