"Eiweiß sättigt einfach besser"

Und es bestehe keine Gefahr für die Nieren, sagen Experten

„Erhöhen Sie den Eiweiß-Anteil Ihrer täglichen Ernährung.“ So lautet die Empfehlung vieler Ernährungskonzepte, die gleichzeitig auch einen sparsamen Konsum von Kohlenhydraten nahelegen. Denn Eiweiß (auch Protein genannt) wird als gesünderer

Sattmacher angesehen und kann deshalb Kohlenhydrate ersetzen.

 Eiweiß – das ist zum Beispiel zu fast 30 Prozent im Rinderfilet enthalten (der Rest ist überwiegend Wasser und etwas Fett), im Putenschnitzel und anderen Fleischsorten; Fisch ist ebenfalls eine gute Eiweißquelle, ebenso wie Käse und andere Milchprodukte sowie – aus pflanzlicher Quelle – Hülsenfrüchte oder Sojaprodukte.

Es besteht nicht die Gefahr einer Übersäuerung, wenn gleichzeitig mehr Gemüse gegessen wird

Doch es taucht die Frage auf: Führt eine Erhöhung des Eiweißanteils in der Nahrung nicht zwangsläufig zu einer Übersäuerung des Organismus? Sinnvoll wäre das nicht. Denn mittlerweile ist durch viele Studien überzeugend belegt worden, dass eine dauerhaft säurenüberschüssige Ernährung u.a. mit chronischen Erkrankungen wie Osteoporose und Arthrose einhergeht.

 Nein, es bestehe nicht die Gefahr einer Übersäuerung, sagt zum Beispiel der Ernährungswissenschaftler Dr. Nicolai Worm. Der Grund: „Insbesondere die in pflanzlichen Lebensmitteln enthaltenen organisch gebundenen Mineralstoffe tragen zu einer Entlastung des Säure-Basen-Haushaltes bei.“ Deshalb gilt: Wer seinen Eiweißanteil an der Nahrung erhöht, muss auch seinen Gemüsekonsum steigern. Denn Gemüse – ob roh oder gekocht – ist nicht nur basenbildend, sondern enthält meist nur sehr wenige Kohlenhydrate. Die Blutzuckerwirksamkeit – und darum dreht es sich immer wieder – ist deshalb auch nur sehr gering.

"Auch für (gesunde) Nieren ist ein erhöhter Eiweißkonsum kein Problem"

 Und wie sieht es für die Nieren aus? Die haben zwar mehr zu tun und müssen mehr Harnstoff ausscheiden, weshalb auch ausreichend getrunken werden muss. Für Menschen mit gesunden Organen sei das aber kein Problem, so Dr. Andreas Pfeiffer vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung.
 

Auch auf die Art des Eiweißes sollte geachtet werden: Von rotem Fleisch – also Rind, Schwein, Wild und Lamm – sollten nach Ansicht von Ernährungsexperten nicht mehr als 300 Gramm pro Woche verzehrt werden. Ansonsten könne das Krebsrisiko ansteigen.

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