Empfindliche Zähne: Was den Schmerz vertreibt

Meist entsteht die Überempfindlichkeit durch freiliegende Zahnhälse

Studien zufolge leiden rund 25 Prozent aller Erwachsenen dauerhaft und rund 60 Prozent gelegentlich an empfindlichen Zähnen. Meist entsteht die Überempfindlichkeit der Zähne durch freiliegende Zahnhälse. Eine Vielzahl an Produkten soll Abhilfe schaffen, darunter sind auch einige Zahncremes und Mundspülungen mit nanokleinen Wirkstoffen, denen die Hersteller besondere Wirksamkeit nachsagen. Doch auch mit zahnfreundlicher Ernährung und der richtigen Putztechnik lässt sich bei empfindlichen Zähnen viel erreichen.

Was genau die Ursache für empfindliche Zähne ist, darüber wird auch unter Zahnmedizinern noch gerätselt. Soviel steht aber fest: Meistens sind es die Flächen von freiliegenden Zahnhälsen, die für empfindliche Zähne verantwortlich sind. In diesem Bereich des entblößten Zahnbeins (Dentin) liegen mikroskopisch kleine offene Kanäle, die einen direkten Kontakt zum Zahnnerv haben und deshalb auf Kälte- und Wärmereize, Wind oder Berührung empfindlich reagieren. Aber auch abgeschliffene („abgekaute“) Zahnflächen können durch ihre Nähe zum Zahnbein überempfindlich reagieren.

Vorbeugung ist möglich und auch dann noch sinnvoll, wenn Zahnhälse schon zum Teil freiliegen. Für die Ernährung bei empfindlichen Zähnen gilt: Insbesondere regelmäßiges Trinken von Säften mit hohem Säuregehalt (Fruchtsäure, Kohlensäure) treibt die Schädigung des Zahnschmelzes voran. Auch sollte man nach dem Genuss von saurem Obst und Gemüse nicht gleich die Zähne putzen sondern mindestens 30 Minuten warten. Etwas Buttermilch oder Joghurt (enthalten viel Kalzium und Phosphat) können helfen, den Säureangriff abzupuffern.

Bei freiliegenden Zahnhälsen: hochkonzentrierte Fluoride in Form von Lacken oder Gelees

Falsches Zähneputzen mit horizontaler Schrubbtechnik, harten Zahnbürsten und generell ein Putzen mit zu viel Druck auf der Bürste sind auf Dauer ebenfalls nicht gut für den Zahnschmelz und macht Zähne empfindlich.

Wenn die Vorbeugung zu spät kommt und die ziehenden Schmerzen plagen, können in der Zahnarztpraxis mit hochkonzentrierten Fluoriden in Form von Lacken oder Gelees die freiliegenden Zahnhälse bepinselt und so der Kontakt zu den Nerven unterbunden werden. Die Eingänge zu den mikrokleinen offenen Kanälchen werden dann durch die schwerlöslichen Kalziumfluoride verschlossen.

Da eine einzige Behandlung meist nicht ausreicht, aber niemand allein deshalb zum Zahnarzt gehen will, bieten sich bei empfindlichen Zähnen Spülungen und Zahncremes für zu Hause an. Die schmerzlindernden Substanzen in den Produkten sind hier häufig Kalium- und Strontiumsalze, die oft auch kombiniert werden: Kalium­chlorid legt sich um den Zahnnerv, wodurch die Schmerzempfindlichkeit gesenkt wird. Strontiumchlorid verschließt die Dentinkanälchen und baut so eine Blockade gegen schmerzhafte Reize auf (enthalten in Sensodyne-Produkten). →weiter mit Seite 2

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