Erklärt: Clean Label, Shelf Life, Produktinnovation

Clean Label

Ein „sauberes Etikett“ auf verpackte Lebensmittel kleben zu können, das ist das Ziel vieler Nahrungsmittelproduzenten. Sauber heißt ganz einfach: Die Zutatenliste soll so kurz wie möglich sein. Es werden wirklich nur die Zusatzstoffe genannt, die die Hersteller laut Gesetz nennen müssen. Zur Clean Label-Strategie gehört auch, möglichst harmlose Bezeichnungen zu wählen, wie zum Beispiel „naturidentische Aromen“, auch wenn das Aroma zu 100 Prozent künstlich ist. Hauptsache, das Wort „Natur“ ist enthalten. Oder es werden Inhaltsstoffe, die ein schlechtes Image haben, durch vermeintlich harmlosere ausgetauscht: Glutamat wird zum Beispiel durch Hefeextrakt ersetzt, auch wenn die geschmacksverstärkende Wirkung ähnlich ist.

Shelf Life

Je länger ein Produkt im Regal (engl. shelf) liegen kann, ohne das Verfallsdatum zu überschreiten, desto besser für den Verkäufer. Klassische Lebensverlängerer sind Konservierungsstoffe. Aber auch mit Sauerstoff begastes Fleisch unter „Schutz“(!)-Folie gehört dazu, denn das Gas lässt das Fleisch länger frisch aussehen. Ein Hinweis, dass die Qualität nachgewiesenermaßen leidet (das Fleisch wird zäh und schneller ranzig), findet sich nicht auf dem Etikett.

Produktinnovationen

Im Nahrungsmittelbereich sind das die Produkte, über deren Fähigkeiten man sich nur wundert: Sahne, die gekocht werden kann und trotzdem nicht ausflockt oder Pflanzencremes für alles und nichts. Besucher einschlägiger Nahrungsmittelmessen bestätigen, dass die Lebensmittelchemiker fleissig daran arbeiten, wie uns zum Beispiel mit Nanotechnologie völlig neue Geschmackserlebnisse auf die Zunge gezaubert werden können. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.

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