Kohlenhydratarme Ernährung

Eiweiß, Fett, Vitamine, Ballaststoffe – und in Maßen Kohlenhydrate

Dauerhaft und gesund abnehmen – mit einer kohlenhydratarmen Ernährung ist das möglich. Es ist eine Ernährungsform (keine kurzfristige Diät), die seit einigen Jahren immer mehr Ernährungsfachleute und auch Mediziner überzeugt. Das Motto ist einfach: Esst so, wie es die Menschheit seit hunderttausenden von Jahren auch getan hat. Die Begründung: An eine solche kohlenhydratarme Ernährung ist unsere Körperchemie bestens angepasst.

Bei einer kohlenhydratarmen Ernährung ist ein Ausflug in die menschliche Ernährungsgeschichte in der Tat interessant. Die wichtigste Erkenntnis: Kohlenhydrate in Form von Getreide, Brot, Kartoffeln, Nudeln,  Reis und Zucker, die wir täglich und in großen Mengen zu uns nehmen, haben die meisten unserer Vorfahren nie kennengelernt. Denn Ackerbau – eine notwendige Voraussetzung für kohlenhydratreiche Ernährung – ist eine ziemlich neue Erfindung. Erst vor ca. 4000 Jahren ging es in Europa damit los – doch die Spezie Mensch gibt es schon seit gut zwei Millionen Jahren auf der Erde.

Eiweiß, Fett, Vitamine, Ballaststoffe – und in Maßen Kohlenhydrate

Seit ihren Anfängen ernähren sich Menschen von Wildgemüse, Salaten, Früchten, Beeren, Körnern, Nüssen, Wurzeln, Knollen, Fisch und Fleisch. So bekamen unsere Vorfahren alles, was der Körper braucht: Eiweiß, Fett, Vitamine, Ballaststoffe – und in Maßen Kohlenhydrate. Fleisch und Fisch enthalten keine Kohlenhydrate, die anderen Nahrungsmittel waren zumeist kohlenhydratarm.

Doch unser Essen hat sich grundlegend geändert, seit Felder bestellt werden. Über die Jahrhunderte sind immer neue kohlenhydrathaltige Feldfrüchte hinzugekommen. Und in den letzten Jahrzehnten ist der Konsum von Kohlenhydraten geradezu explodiert. Beispiel Kartoffeln: Angebaut und gegessen werden sie hierzulande erst seit gut 300 Jahren. Heute sind sie ein Grundnahrungsmittel. Zwar geht der Konsum kontinuierlich zurück. Doch in die Lücke springen ähnlich kohlenhydrathaltige Kandidaten – insbesondere Nudeln und Reis.

Zucker besteht zu 100 Prozent aus Kohlenhydraten

Ein anderer Kandidat ist Zucker, der zu 100 Prozent aus Kohlenhydraten besteht. Der Verbrauch hat sich in den letzten 150 Jahren je nach Berechnungsgrundlage verzwanzig- bis versechzigfacht.

Brot und andere Getreideprodukte, von Frühstücksflocken bis Müsli-Riegel, runden den täglichen Kohlenhydratkonsum ab.

Nicolai Worm, der mit seiner LOGI-Methode einer der Wortführer der kohlenhydratarmen Ernährung ist, spricht von einer „modernen Kohlenhydratmast“, die er auch deshalb für bedenklich hält, weil  immer seltener körperlich hart gearbeitet wird.

Der Zucker wird zum Problem für den Organismus

Kohlenhydrate im Übermaß machen unsere Ernährung zum Problem. Der Mechanismus, der in jedem Körper abläuft, wenn wir Kohlenhydrate essen, ist immer der gleiche: Über viele Zwischenstufen werden sie im Organismus zu Zucker (Glucose) verarbeitet. Diesen Nährstoff brauchen die Zellen als Treibstoff. Insulin, ein Hormon, sorgt dafür, dass sich die Körperzellen, insbesondere die Muskelzellen, für den Zucker öffnen. Wenn sie genügend aufgenommen haben, schließen sie ihre Pforten. Der restliche Zucker im Blut wird vom Insulin ins Fettgewebe transportiert. Und das wächst, wenn der Nachschub nicht versiegt.

Kohlenhydratreiche Ernährung: Der Nüchtern-Blutzuckerspiegel geht immer weiter herunter

Der Ernährungswissenschaftler erwähnt noch einen anderen Punkt: Bei einer kohlenhydratreichen Ernährung sinken die Nüchtern-Blutzuckerspiegel (das sind die, die morgens vor dem Frühstück gemessen werden) mit der Zeit immer weiter ab. „Je niedriger, desto größer ist der Hunger nach längeren Phasen ohne Nahrungszufuhr – insbesondere zum Frühstück.“ Die Folge: Es wird noch mehr gegessen.

Besonders schlimm für den Organismus ist es, wenn die durch Kohlenhydrate ausgelösten Insulinwellen den Körper von morgens bis abends durchfluten, Tag für Tag. Nach wenigen Jahren – und mittlerweile auch schon bei Kindern und Jugendlichen – entgleist der Stoffwechsel und am Ende steht nicht nur Übergewicht, sondern vielfach auch Diabetes.

Kohlenhydrate sind nicht lebensnotwendig

Was die wenigsten wissen: Kohlenhydrate sind nicht lebensnotwendig. Oder wie es in der Ernährungswissenschaft heißt: Sie sind nicht essentiell.

Eiweiß (pflanzlich oder tierisch) und Fette hingegen sind es. Denn der Treibstoff für die Zellen, der Zucker, kann auch aus Eiweiß und Fett hergestellt werden. Und das ist auch der Grund, weshalb die Befürworter der Stoffwechselernährung den Kohlenhydratkonsum spürbar eingeschränkt sehen wollen. Das sei machbar, sagen sie. Die Kalorienaufnahme könne man ohne hungern zu müssen um bis zu 25 Prozent reduzieren, verspricht zum Beispiel Nicolai Worm.

Was ist also zu tun, wenn man die Kohlenhydrate in die Wüste schicken und kohlenhydratarmes Gemüse und Obst sowie Eiweiß mehr Platz auf dem Teller einräumen soll? Ganz einfach: man fängt damit an. Doch wer an ein Leben mit Reis, Nudeln, Wurst- und Käsebroten gewohnt ist, verzweifelt schnell und sucht nach Ratgebern, die zum Beispiel in den Buchhandlungen die Regale füllen.

Drei "Ernährungspäpste": Dr. Detlef Pape, Dr. Nicolai Worm, Dr. Wolf Funfack

Das Problem ist nur: Die Ratschläge der Mediziner und Ernährungswissenschaftler, die eine stoffwechselfreundliche Ernährung in ihren Büchern propagieren, widersprechen sich häufig. Denn außer Dr. Worm gibt es noch eine handvoll anderer Ernährungsexperten, die ihre Ratschläge zum Lesen anbieten.

Dr. Detlef Pape zum Beispiel gehört dazu. Über 1 Million mal hat der Facharzt für innere Medizin sein „Schlank im Schlaf“-Buch verkauft. Recht rührig ist auch Dr. Wolf Funfack, ebenfalls Mediziner. Der schreibt nicht nur Bücher, sondern hat sich für seine Variante einer stoffwechselfreundlichen Ernährung auch gleich noch einen griffigen Namen einfallen lassen: Metabolic Balance nennt er sein Programm, das er als Lizenzgeber auch an Fachkollegen im In- und Ausland  vertreibt.

Was die drei Progamme gemeinsam haben und was sie voneinander unterscheidet, lesen Sie auf den nächsten Seiten. weiter mit Teil 2

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