Krampfadern: Alles, was hilft

Krampfadern sehen nicht schön aus. Und trotzdem sind sie nicht nur ein kosmetisches Problem. Unbehandelt können Sie sich zu einer chronischen Erkrankung entwickeln. Krampfadern entstehen, wenn der Blutfluss in den Venen behindert wird. Davon betroffen sind insbesondere die oberflächlichen Beinvenen. Die wichtigsten Hauptursachen sind: Veranlagung (angeborene Bindegewebsschwäche) und wenig Bewegung. Durch vieles Sitzen und Stehen erhöht sich die Druckbelastung der Venen.

Die Venenklappen schließen nicht mehr richtig, das Blut fließt wieder zurück und staut sich. Beschwerden wie schwere und geschwollene Beine sind die Folge.

  • So werden in der SCHULMEDIZIN Krampfadern behandelt: Stützstrümpfe und viel Bewegung

Die Kompressionstherapie gehört immer noch zu den am häufigsten empfohlenen Maßnahmen bei Krampfadern. Dabei wird mit Stützstrümpfen (die es mittlerweile auch in modischen Farben gibt) oder elastischen Verbänden den Venen Halt gegeben. Die krankhaft erweiterten Venen werden verengt, die Venenklappen schließen wieder besser, das venöse Blut fließt halbwegs normal und transportiert die angesammelten Entzündungsstoffe und Gewebeflüssigkeiten ab. In der Folge gehen Schwellungen und Entzündungen wieder zurück.

Nachteil: Bei Dauergebrauch werden die Venen zwar entlastet, aber es wird ihnen auch die Möglichkeit zur Selbstregulation genommen. Deshalb sollte die Kompressionstherapie mit viel Bewegung (Laufen, Spaziergänge; dreimal täglich eine halbe Stunde) einhergehen. Nur eine aktive Waden- und Beinmuskulatur kann den Blutrückfluss unterstützen.

Auch operative Eingriffe sind bei möglich. Bei kleinen oberflächlichen Krampfadern (insbesondere Besenreisern) kommt oft die Verödung in Betracht. Bei dieser sogenannten Sklerotherapie wird ein Verödungsmittel in die Venen gespritzt. An den Venenwänden kommt es zu einer Entzündungsreaktion und die Wände verkleben miteinander. Die Venen sterben ab und werden vom Körper abgebaut. Dieser Prozess kann mehrere Monate dauern. Neu ist die sogenannte Schaumverödung bei Krampfadern, die in der Wirkung stärker ist. Bei der Nachbehandlung wird kein Strumpf benötigt. Per Ultraschallkontrolle können mittlerweile auch tieferliegende Venen verödet werden.

Zu den operativen Methoden gehört auch das Stripping, das bei ausgeprägten Krampfadern eingesetzt wird. Unterschiedliche Methoden sind möglich; in allen Fällen werden die krankhaft erweiterten Venen mechanisch Stück für Stück aus dem Bein gezogen.

Venenerhaltend ist die sogenannte CHIVA-Methode. Dabei werden Krampfadern an bestimmten Stellen so durchtrennt, dass das Blut nicht mehr rückwärts in die Krampfadern fließen kann. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass sich die Krampfadern auf ihren ursprünglichen Durchmesser zurückbilden. Das Verfahren ist neu und noch wenig erprobt.

Immer häufiger kommen auch Methoden zum Einsatz, die mit Radiowellen oder Laserenergie arbeiten. Ein Katheter wird in die Krampfader eingeführt. Beim langsamen Zurückziehen wird die Katheterspitze erhitzt, die Venenwände schrumpfen und verkleben und werden vom Organismus allmählich abgebaut.

 

  • Wie in der PFLANZENHEILKUNDE Krampfadern behandelt werden

Auch wenn Heilpflanzen in Form von Salben und Dragees, allen voran die Rosskastanie, groß beworben werden – gegen Venenleiden und Krampfadern können sie grundsätzlich nicht viel ausrichten. Sie verschaffen allerhöchstens Linderung bei leichten Fällen von schweren Beinen. Folgende Heilpflanzen, aus denen teilweise auch Tee hergestellt wird, werden im Zusammenhang mit Venenproblemen genannt: Steinklee, Mäusedorn, Ringelblume, Arnika, Rosskastanie, Weissdorn, Buchweizen und Hamamelis.

 

  • Krampfadern und NATURHEILVERFAHREN: Die Renaissance der Blutegel

Die Behandlung mit Blutegeln wird von Naturheilkundlern als gut wirkendes Mittel gegen die Beschwerden durch Krampfadern beschrieben. Die Schwellungen bilden sich zurück und das krampfartige Ziehen verschwindet.
 

  • Wie in der HOMÖOPATHIE Krampfadern behandelt werden

Folgende Einzelmittel werden bei Krampfadern empfohlen: Hamamelis, Pulsatilla, Aesculus hippocastanum. Komplexmittel (Mischung von Einzelmitteln): z. B. Aesculus Pentarkan, Venokatt, Pflügerplex Arnica 126 N, Pflügerplex Hamamelis 235

 

  • Mit Akupressur Krampfadern behandeln: Die Behandlungswege in der ASIATISCHEN MEDIZIN

Akupressur soll Beschwerden lindern können; bei Venenleiden werden u.a. folgende zwei Akupressurpunkte genannt: Der eine Massagepunkt liegt 1 cm unterhalb und 2 cm vor dem Innenknöchel am Fuß. Der zweite Punkt liegt auf dem Fuß zirka zwei bis drei Zentimeter vor dem Zwischenraum der 1. und 2. Zehe. Massiert wird 2 bis 3 Mal täglich mit dem Zeigefinger (kreisförmig auf der Stelle mit leichtem Druck), jeweils für 1 bis 2 Minuten.

 

  • ERNÄHRUNG: Das hilft bei Krampfadern

Da Bewegungsarmut häufig mit Übergewicht einhergeht, kann Gewichtsreduktion eine Krampfadern-Behandlung unterstützen. Sinnvoll kann zumindest für einige Wochen auch eine vegetarische Ernährung sein. Der Hintergrund: Naturheilkundlich orientierte Mediziner vermuten, dass der Abbau überschüssiger Eiweiße an den kleinsten Bluttransportgefäßen die Entstauung und das Abheilen von Geschwüren und Entzündungen befördern kann. Aus dem gleichen Grund wird auch Heilfasten als begleitende Maßnahme bei Krampfadern empfohlen.
 

  • Auch das soll bei Krampfadern helfen

Zur Vorbeugung: viel laufen, Treppen nehmen statt Fahrstuhl; keine engen Schuhe tragen, keine hohen Absätze; Beine beim Sitzen nicht übereinanderschlagen. Wer lange stehen muss, entlastet seine Venen so: immer wieder die Füße auf die Zehen stellen oder die Zehen zusammenkrallen, um so die Wadenmuskeln zu aktivieren. Autofahrten vermeiden (wenn schon, dann mit vielen Lauf- und Bewegungspausen), Zugfahrten vorziehen.

Wenn möglich, Beine hochlegen, am besten immer über Herzniveau; auch nachts mit etwas hochgelegten Füßen schlafen. Sehr sinnvoll bei Krampfadern: Wassertreten (Kneipp), Schwimmen; Quark- oder Lehmwickel. Vorbeugend haben sich auch sogenannte Propriozeptive Einlagen bewährt. Im Unterschied zu den klassischen (passiven) Schuheinlagen regen hier kleine Polster an bestimmten Stellen der Einlage die gesamte Körpermuskulatur an und verbessern die Fußstatik. → weiter

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