Medikamente gegen PMS (Prämenstruelles Syndrom): Nebenwirkungen inklusive

Das Prämenstruelle Syndrom (kurz PMS) kann sich durch viele Symptome bemerkbar machen: Viele Frauen sind an den Tagen vor den Tagen angespannt oder gereizt, sie fühlen sich lustlos, haben Bauch-, Kopf- oder Rückenschmerzen oder kommen sich irgendwie aufgeschwemmt vor. Die Symptome von PMS können schwach sein, aber manchmal auch mit einer Heftigkeit auftreten, dass es am besten ist, im Bett zu bleiben. Die Suche nach dem richtigen Arzneimittel fällt oft schwer.

 Die Unsicherheit beginnt schon bei der Frage, was die Ursache von PMS eigentlich ist. Geklärt werden konnte sie bis heute nicht. Vermutlich spielen eine Reihe biologischer und psychosozialer Faktoren eine Rolle.

Aus medizinischer Sicht wird PMS mit den hormonellen Schwankungen während des weiblichen Zyklus’ in Verbindung gebracht. Doch das Erstaunliche ist: Frauen mit PMS haben nicht unbedingt einen veränderten Hormonspiegel. Möglicherweise reagieren manche Frauen überempfindlich auf Abbauprodukte des Hormons Progesteron, das vor allem in der zweiten Zyklushälfte vor dem Einsetzen der Monatsblutung ausgeschüttet wird.

Psychologisch ausgerichtete Erklärungsversuche sehen auch kulturelle Einstellungen und die Art, wie Frauen ihren eigenen Körper sehen, als mögliche Ursachen von PMS. Einseitige Ernährung – insbesondere ein Mangel an Kalzium, Magnesium und essenziellen Fettsäuren – sowie Erkrankungen kommen ebenfalls als Ursachen infrage.

 Als Grundvoraussetzung einer erfolgreichen PMS-Behandlung werden immer wieder erwähnt:

  • ausreichend und regelmäßiger Schlaf
  • viel Bewegung und Sport
  • Ruhe, Entspannung, inklusive Meditation
  • wenig Alkohol und Koffein
  • eine gesunde, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung

Doch was tun, wenn alle sanften und alternativen Methoden nicht so recht anschlagen wollen? Wir haben die wichtigsten Medikamente und ihre Wirkungen aufgelistet, inklusive der unerwünschten Nebenwirkungen.

Hormonelle Verhütungsmittel

Was bewirkt das Medikament? Helfen kann eventuell eine Kombination aus dem Gestagen Drospirenon und einem niedrig dosierten Östrogen. Die behandelten Frauen hatten dank dieser Hormone weniger Beschwerden und kamen im Alltag besser zurecht. Auch andere hormonelle Verhütungsmittel können eventuell die Beschwerden lindern.

Spürt man Nebenwirkungen? Übelkeit, Zwischenblutungen und Brustschmerzen sind möglich. Das Risiko für Drospirenon steigt. Insbesondere in den USA sind derzeit mehrere tausend Klagen gegen den Hersteller von Drospirenon (Bayer) anhängig. Es sind Frauen, die u.a. Thrombosen und Embolien erlitten haben.

Synthetisches Gonadoliberin

Was bewirkt das Medikament? Ziel ist es, die Produktion der Hormone in den Eierstöcken abzusenken. Der Einsatz stellt einen gravierenden Eingriff in den Hormonhaushalt dar und kommt nur bei starken PMS-Beschwerden in Frage.

Spürt man Nebenwirkungen? Hitzewallungen, Schlafstörungen aber auch depressive Verstimmungen sind möglich. Während einer Behandlung mit synthetischem Gonadoliberin ist eine Schwangerschaft nicht möglich.

Progesteron

Was bewirkt das Medikament? Möglicherweise kann es helfen, einige Tage vor der Menstruation das Hormon Progesteron, zum Beispiel in Kapselform (verschreibungspflichtig) einzunehmen. Ein progesteronhaltiges Gel zur Behandlung von prämenstruellen Spannungsgefühlen in der Brust ist ebenfalls zugelassen.

Spürt man Nebenwirkungen? Gelegentliche Nebenwirkungen bei Einnahme: Schwindelgefühl, Schläfrigkeit, depressive Verstimmung.

Entwässernde Medikamente

Was bewirkt das Medikament? Die auch als Diuretika bezeichneten Medikamente wirken Wassereinlagerungen in den Brüsten entgegen und können so bei Spannungsgefühlen lindernd helfen.

Spürt man Nebenwirkungen? Gewöhnungseffekt ist möglich: Nach dem Absetzen lagert der Körper mehr Wasser ein als vorher. Mögliche Nebenwirkungen: Übelkeit, Kopfschmerzen

Schmerzmittel

Was bewirkt das Medikament? In Frage kommen Schmerzmittel, die nicht nur Schmerzen lindern sondern auch Entzündungen hemmen. In Studien wurden insbesondere die Wirkstoffe Naproxen und Mefenaminsäure untersucht. Als wirksam haben sie sich insbesondere bei Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen gezeigt.

Spürt man Nebenwirkungen? Möglich sind Magenbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerz und Benommenheit.

Antidepressiva

Was bewirkt das Medikament? Wenn PMS mit Symptomen wie Depressivität, Angstgefühlen und Verzweiflung einhergeht, können evt. Medikamente helfen, die üblicherweise gegen Depression verschrieben werden. Gute Wirksamkeit wird den sogenannten „selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern“ (SSRI) nachgesagt.

Spürt man Nebenwirkungen? Übelkeit und Schlafstörungen gehören zu den Nebenwirkungen, auch die sexuelle Lust kann gedämpft werden.

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