Meditation für Anfänger. Worauf Sie achten müssen

7 Fragen – 7 Antworten

  • 1. Warum möchten Sie meditieren?

Es gibt viele Gründe für Meditation. Sie möchten Ihre Konzentrationsfähigkeit verbessern oder zur Ruhe kommen, einfach mal abschalten und den unablässigen Gedankenstrom drosseln.

  • 2. Wo kann ich meditieren?

Theoretisch können Sie überall meditieren, auch im Flugzeug, in Bus und Bahn. Anfänger kommen aber besser mit einer ruhigen Umgebung zurecht. Dass kann zu Hause sein, aber auch in der Natur, an einem schönen Ort. Sorgen Sie dafür, dass Sie nicht durch das Klingeln von Handys und Telefonen oder anderen plötzlich auftauchenden Geräuschquellen aus der inneren Versenkung unsanft herausgeholt werden.

  • 3. Wann ist der richtige Zeitpunkt?

„In vielen Meditationsbüchern ist zu lesen, dass die Morgenstunden und die Abendstunden vor dem Schlafengehen sich besonders gut für die Meditation eignen würden. Empirische Untersuchungen zum Einfluss der Tageszeit auf die Qualität der Meditation existieren meines Wissens nicht“, sagt Meditationsforscher Dr. Ulrich Ott. Sein Tipp: „Wählen Sie einen Zeitpunkt, an dem Sie wach und ausgeschlafen sind.“ Deshalb sollte vor dem Meditieren auch nicht gegessen werden, von einer leichten kohlenhydratarmen Mahlzeit abgesehen. Denn ein voller Magen fördert das Einschlafen.

  • 4. Gibt es eine richtige Sitzhaltung beim Meditieren?

Der Lotussitz sei die ideale Position zum Meditieren, verkünden Fachleute. Dabei sitzt man mit angewinkelten Beinen so auf dem Boden, dass die Füße jeweils auf dem Oberschenkel des anderen Beines liegen. Ungeübte sollten den Lotussitz lieber sein lassen. Es kann genau so gut in jeder anderen Sitzposition meditiert werden, auch auf einem Stuhl (normal) sitzend. Der große Vorteil: Es besteht nicht die Gefahr, dass man sich durch extreme Beinhaltungen das Kniegelenk verletzt. Ansonsten tut es auch der bekannte Schneidersitz und die Hände ruhen nach oben geöffnet auf den Knien bzw. Oberschenkeln. Unter Ihre Knien können Sie jeweils ein Kissen legen, was das Überdehnen der Gelenke verhindert und die Sitzposition stabilisiert. Zwingen Sie sich nicht, in einer unbequemen Position zu verharren. Bei einer längeren Meditation ist es nicht ungewöhnlich, langsam seine Beine zu strecken, für einen Moment aufzustehen oder die Sitzposition zu ändern.

  • 5. Worauf soll ich mich beim Meditieren konzentrieren?

Sie sitzen, Sie sind entspannt, Sie wollen anfangen. Die einfachste und natürlichste Methode ist, sich auf seinen Atem zu konzentrieren. Für Menschen, die mit ihrer Lunge keine Probleme haben, ist diese Hinwendung zum eigenen Atem ungewöhnlich genug. Aber diese Form der Konzentration erleichtert es, die Aufmerksamkeit im Zaum zu halten. Denn das Konzentrieren der Gedanken auf einen Punkt ist ja das eigentliche Ziel der Meditation. Nicht: Habe ich wirklich die Haustüre abgeschlossen? Muss ich um 15 Uhr beim Arzt sein oder ist es nicht schon eine halbe Stunde früher? Soll ich mich nächste Woche wirklich mit Tante Gerda zum Kaffeetrinken verabreden? Was soll ich meiner Freundin in 14 Tagen zum Geburtstag schenken?

So wichtig diese Fragen auch sein mögen – in diesem Moment interessieren sie nicht. Ulrich Ott: „Steigen Sie aus den typischen Gedankenkreisen aus, die sich um die Vergangenheit oder zukünftige Aufgaben drehen. Gönnen Sie Ihrem Planungsapparat eine Pause und lassen Sie alle Erwartungen, Hoffnungen, Wünsche und Sorgen beiseite. Wechseln Sie in einen Modus der Anschauung, des Lauschens.“ Die Konzentration auf den Atem hilft, die abschweifenden Gedanken zu vertreiben. Beobachten Sie Ihre Atmung. Stellen Sie sich vor, wie der Atem in Ihre Lungen hineingezogen wird, wie sich Brustkorb und Bauchraum dehnen und wieder zusammenziehen.

  • 6. Was soll dieses langgezogene 'Ommmm'? Ist das nicht überflüssig?

Aber auch selbst erzeugte Töne helfen beim Gedankenfokussieren. Hier kommt das „Om“ ins Spiel. Für skeptische Meditationsneulinge ist dieser sinnbefreite Laut immer noch der hörbare Beweis, dass das alles ziemlicher Humbug ist. Denn ein moderner Mensch sagt nicht „Om“. Die Begründung hingegen ist fern aller Esoterik: Das langgezogene „Om“ ist ein Ton, der bei der Fokussierung hilft und gleichzeitig auch noch den Körper in leichte Schwingungen versetzt, was bei einem langzogenen „a“ oder „i“ so nicht funktioniert. Sie können auch „Am“ sagen oder einfach nur ein langgezogenes „m“ brummen. Die körperliche Wirkung ist die gleiche.

  • 7. Was heißt es, den eigenen Körper wahrnehmen?

Meditationsexperte Ulrich Ott: „Zu Beginn der Meditation besteht die Aufgabe zunächst darin, die Selbstkontrolle der Aufmerksamkeit systematisch zu trainieren.“ Es geht um die erweiterte Wahrnehmung des eigenen Körpers.Gerade Anfänger können ihre Gedankenausflüge nur schwer unterbinden. Eine hilfreiche Technik besteht darin, die Atemzüge zu zählen; zum Beispiel von eins bis zehn. Ott: „Obwohl das Zählen nur im Hintergrund stattfindet, stellt es eine geistige Beschäftigung dar, die das Abdriften in Gedanken erschwert. Zudem können Sie ein Abdriften leicht daran bemerken, dass Sie vergessen, bei welcher Zahl Sie gerade sind oder automatisch über zehn hinaus zählen.“

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