Melatonin natürlich erhöhen

Melatonin ist ein Hormon, dessen Wirkungen für den menschlichen Organismus lange Zeit unterschätzt wurden. Erzeugt wird das Hormon größtenteils in der Zirbeldrüse, die bei Dunkelheit Melatonin ins Blut abgibt. Die Folge ist Müdigkeit und Schlafbereitschaft. Das Maximum der Melatonin-Konzentration wird gegen drei Uhr morgens erreicht und fällt danach wieder ab. Doch Melatonin signalisiert dem Körper nicht nur, welche Tageszeit ist und sorgt für einen gesunden Schlafrhythmus. In den letzten Jahren haben Wissenschaftler noch weitere Aufgaben des Hormons entdeckt.

  • So wird die Stimmung stark durch die Melatonin-Konzentration bestimmt. Wenn in der dunklen Jahreszeit es auch tagsüber nicht richtig hell werden will und man dann auch noch in der Wohnung bleibt, sinkt bei vielen Menschen der Melatonin-Spiegel auch tagsüber nicht auf das notwendige Maß. Tagesmüdigkeit und Abgeschlagenheit sind die Folge. Gerade deshalb ist gerade im Winter der Aufenthalt im Freien umso wichtiger, um möglichst viel Licht zu tanken.
  • Auch der Zusammenhang zwischen Depression und der Melatonin-Menge im Blut ist mittlerweile bekannt. Hormon-Expertin Simone Homm*: "Depressive Menschen haben typischerweise erniedrigte Melatoninspiegel. Gleiches gilt auch für gestresste Personen. Die niedrigsten Spiegel fand man bisher bei Selbstmordkandidaten."
  • Was die wenigsten wissen: Die Zirbeldrüse und das dort erzeugte Melatonin koordinieren weite Bereich der Immunabwehr. So weiß man aus Tierversuchen, dass verabreichtes Melatonin die Immunfunktion so sehr verbesserte, dass selbst normalerweise tödliche Infektionen "zu etwa 90 Prozent abgewehrt wurden", so Simone Homm.
  • Vermutet wird auch – letztendlich bewiesen ist es noch nicht –, dass Menschen mit einem höheren Melatonin-Status besser vor Gefäßalterung und damit Herz-Kreislauf-Krankheiten geschützt sind.
  • Und aus Tierversuchen ist bekannt, dass Melatonin den Insulin-Spiegel senkt und dafür sorgt, dass weniger Bauchfett ansetzt, "beides Faktoren, welche die Geschwindigkeit der Gefäßalterung mitbestimmen", sagt Simone Homm.
  • Während in den USA und auch Kanada Melatonin als Nahrungsergänzungsmittel frei erhältlich ist, ist es hierzulande ein Arzneimittel und verschreibungspflichtig. Die Empfehlung von Anti-Aging-Expertin Simone Homm: "Die gezielte Einnahme von Melatonin zur Gesundheitsprophylaxe soll in erster Linie die abfallende Aktivität unserer Zirbeldrüse im Alter ausgleichen."

Erhöhen Sie Ihre Melatonin-Menge durch eine Änderung Ihres Lebensstils

Auch wer kein Melatonin einnehmen will, das übrigens in großen Mengen bei der Verarbeitung verschiedener Lebensmittel anfällt, kann die körpereigene Melatonin-Produktion durch eine Änderung seines Lebensstils erhöhen. Denn der körpereigene Ausschüttungszyklus von Melatonin ist von einer ganzen Reihe innerer und äußerer Faktoren abhängig:

  • Regelmäßig schlafen und viel Tageslicht (besonders im Winter)
  •  Helle Lichtquellen kurz vor dem Schlafen meiden
  •  Belastung durch Elektrosmog reduzieren
  •  Ausreichende Versorgung mit Folsäure. Das Vitamin hilft auf Umwegen eine erhöhte Versorgung mit Melatonin sicherzustellen. Anti-Aging-Expertin Simone Homm: „Optimale Substitutionsmengen bewegen sich im Bereich von 1 bis 5 mg pro Tag, die offizielle Empfehlung in Deutschland ist 0,4 mg.“
  •  Gute Versorgung mit dem Vitamin B12. Die regelmäßige Ergänzung von Vitamin B12 reduziert die lichtbedingte Störung der nächtlichen Melatoninproduktion.
  •  Ab 16 Uhr keinen Kaffee, schwarzen und grünen Tee trinken. Insbesondere Koffein hemmt die Melatonin-Produktion nachhaltig.

(*Handbuch Anti-Aging & Prävention, Kilian-Verlag)

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