Nahrungsergänzungsmittel gegen Haarausfall

Aminosäure Cystein, Traubensilberkerze und Bockshornsamen versprechen Hilfe

Ziemlich unübersichtlich ist die Lage bei den Nahrungsergänzungsmitteln und bei Wirkstoffen aus Pflanzen, von denen einige den Haarausfall zu verlangsamen scheinen. "Scheinen" deshalb, weil es mit dem Nachweis der Wirksamkeit nicht leicht ist.

Eigentlich sind spezielle Nahrungsergänzungsmittel zur Förderung des Haarwachstums bei einer vitamin- und mineralstoffreichen Ernährung überflüssig - dachte man bislang. Doch einige Nährstoffe (auch Kombinationen) scheinen das Haarwachstum gezielt zu stimulieren und den Haarausfall zu verlangsamen. Obwohl man nicht vergessen sollte: Studien, die die Wirksamkeit belegen, werden häufig von Firmen angestoßen oder finanziert.

  • Gegen Haarausfall: Aminosäure Cystein

Wirken sollen zum Beispiel Aminosäuren: Hier gehört Cystein zu den Top-Favoriten. Der schwefelhaltigen Aminosäure sagt man nach, das Haarwachstum zu fördern, wofür es in zwei kleinen Studien mit cysteinhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln auch Hinweise gibt. Enthalten ist Cystein z. B. in Pantovigar und Priorin.

  • Auch diese Pflanze soll helfen: Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)

Auch bei Pflanzenwirkstoffen ist man fündig geworden. Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) ist zum Beispiel im Haartonikum CiMi enthalten. Eine Studie der Ruhr-Universität Bochum hatte nach einem halben Jahr gezeigt: Die Anzahl der wachsenden Haare stieg, gleichzeitig fielen weniger Haare aus.

  • Mehr Haarvolumen mit Bockshornsamen

Erwähnt werden soll auch das Ergebnis einer kleinen Studie mit einem Nahrungsergänzungsmittel auf der Basis von Bockshornsamen: Nach 6 Monaten und täglich zwei Kapseln nahmen bei fast allen teilnehmenden Frauen und Männern im Alter zwischen 30 und 67 Jahren (mit mildem bis moderatem Haarverlust) Haardicke und Haarvolumen spürbar zu.

Kritiker solcher Nahrungsergänzungsmittel gibt es viele. Einer von ihnen ist Dr. Martin K. Kägi, Leitender Arzt des Haut-Zentrums in Zürich. Zwar hält auch er zum Beispiel „eine ausreichende Versorgung mit Zink, Biotin und Folsäure“ für notwendig. Weshalb gerade auch diese drei Nährstoffe in vielen Haarwachstumsprodukten enthalten sind. „Allerdings“, so der Hautexperte „sind echte, nachgewiesene Mangelzustände eher selten.“

Sonderfall: Haarausfall bei Eisenmangel

Eine Ausnahme macht er nur bei der Versorgung mit Eisen. Einen Mangel an diesem Spurenelement hält Dr. Martin K. Kägi für ein Problem. Denn in wissenschaftlichen Untersuchungen sei man immer wieder auf einen Zusammenhang von Eisenmangel und diffusem Haarausfall gestoßen. Bei rund 20 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter liegt Eisenmangel vor. Und schon rund 10 Prozent aller Kinder im Vorschulalter weisen einen Eisenmangel auf. „Auch bei älteren Menschen ist die Eisenzufuhr oft unzureichend“, so der Mediziner. Doch völlig offen ist, ob auch Frauen mit hormonell bedingtem Haarausfall von Eisenpräparaten profitieren.

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