Natürlich durch die Wechseljahre: Synthetische Gestagene sind oft riskant

Warum es nur wenige Mittel mit natürlichem Progesteron gibt

Sind also beschleunigter Knochenabbau, die Trockenheit von Haut und Schleimhäuten (trockene Scheide) oder Hitzewallungen etc. eher auf verminderte Progesteronspiegel im Blut zurückzuführen und nicht auf zuwenig Östrogen?

Solche Ansichten widersprechen zumindest der etablierten Lehrmeinung. Denn die geht davon aus, dass die klassischen Wechseljahresbeschwerden eher von einem Östrogenmangel erzeugt werden.

Natürliches Progesteron kann in vielen Fällen trotzdem die richtige Therapie sein.

Progesteron als Ausgangsstoff für die körpereigene Produktion von Östrogenen

Denn in manchen Zellen der Eierstöcke fungiert Progesteron als Ausgangsstoff für die körpereigene Produktion von Östrogenen. Das erklärt, wieso Progesteron auch wie Östrogen wirken kann. Nur in wirklich schweren Fällen von Wechseljahresbeschwerden brauchen Frauen dann eine Extraportion dieses weiblichen Hormons.  

Spätestens jetzt stellt sich die Frage, warum kauffertige Präparate mit natürlichem Progesteron so gut wie gar nicht auf dem hiesigen Arzneimittelmarkt vertreten sind.

Fakt ist: Unter den Mitteln „gegen Beschwerden in den Wechseljahren“ – aufgelistet in der aktuellen Ausgabe des Pharmazie-Nachschlagewerks „Bittere Pillen“ – findet sich unter den zirka 50 Präparaten kein einziges mit „natürlichem Progesteron“. Lediglich unter den Mitteln „gegen Zyklusstörungen und -beschwerden“ (z. B. PMS) stößt man auf zwei Progesteron-Präparate.

Natürliche Hormone interessieren Pharmafirmen nicht

Das Desinteresse der meisten Pharmafirmen an dem „natürlichen Progesteron“ ist aus medizinischer Sicht unverständlich. Der Grund dürfte eher sein, dass natürliche Hormone nicht patentierbar und damit aus Firmensicht wirtschaftlich uninteressant sind. Deshalb wandelt man sie chemisch immer ein klein bisschen ab, so dass sie beim Patentamt als innovatives Produkt durchgehen und den Krankenkassen teuer verkauft werden können.

Künstliche Gestagene sind riskant und verursachen Nebenwirkungen

Diese künstlichen (synthetischen), progesteronähnlichen Substanzen heißen dann Gestagene. Das Problem ist nur: Sie können vom Körper nicht mehr richtig verstoffwechselt werden und verursachen die Nebenwirkungen, mit denen die Hormonersatztherapie zu kämpfen hat.

„Synthetische Gestagene sind in allen kombinierten Antibabypillen enthalten. Auch bei der Hormontherapie der Wechseljahre hat man diese – und nicht das natürliche Progesteron – bisher fast ausschließlich eingesetzt. Synthetische Gestagene sind oft riskant, beispielsweise an den Gefäßen und am Brustgewebe, natürliches Progesteron dagegen schützt“, fasst der Hormonspezialist Dr. Alexander Römmler aus München die Fachdiskussion zusammen. Weiter sagt er: „Die Studien zur Hormonersatztherapie zeigen, dass viele synthetische Gestagene in Kombination mit Östrogenen oder auch alleine mit nennenswerten Brustveränderungen und einem höheren Brustkrebsrisiko verbunden sind.“weiter mit Teil 4 

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