Omega-3-Fettsäuren: Warum Seefisch das Gehirn gesund hält

Die schützenden Wirkungen der mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) auf Herz und Kreislauf sind in den letzten Jahren durch viele Studien bestätigt worden. Weniger bekannt ist, dass dieselben Omega-3-Fettsäuren, die insbesondere in bestimmten Seefischen enthalten sind, auch für die Entwicklung und die Funktion des Gehirns – auch im Alter – wichtig sind.

 In den Membranen des menschlichen Gehirns und in der Netzhaut des Auges ist der Gehalt an der Omega-3-Fettsäure DHA besonders hoch. Damit sich beim Kind im Mutterleib und in den ersten Wochen nach der Geburt das Gehirn und die Sehfunktion optimal entwickeln können, ist eine ausreichende Aufnahme dieser Fettsäure wichtig.

Omega-3-Fettsäuren: Babys bei Aufmerksamkeitstests schneller

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass gut versorgte Babys bei Aufmerksamkeitstests schneller sind und besser abschneiden. „Diese Verbesserung der kindlichen Entwicklung zeigt sich bis zum Alter von acht Jahren“, so Prof. Berthold Koletzko von der Universität München.

Frauen wird deshalb während der Schwangerschaft und Stillzeit empfohlen, durchschnittlich mindestens 0,2 g DHA pro Tag zu sich nehmen. Diese Menge lässt sich mit wöchentlich zirka 100 g fettreichem Kaltwasserfisch wie Lachs, Thunfisch, Hering und Makrele erreichen.

Angst, mit den Seefischen giftige Industrierückstände aufzunehmen, muss man nicht haben. Berthold Koletzko beruhigt: „Diese Menge an Seefisch führt üblicherweise nicht zu einer Überschreitung der akzeptierten Höchstmengen für die Schadstoffzufuhr.“

Arbeitskreis Omega-3: angereicherte Lebensmittel sind auch sinnvoll

Wer wenig oder gar keinen Fisch isst – laut jüngster Nationaler Verzehrstudie essen 16 Prozent der Bevölkerung keinen Fisch –, sollte angereicherte Lebensmittel wie Omega-3-Margarine, Omega-3-Brot, Omega-3-Brötchen, oder DHA-reiche Eier zu sich nehmen. Auch Nahrungsergänzungsmittel wie Kapseln mit Fisch- oder Meeresalgenöl seien sinnvoll, so die Empfehlung des Arbeitskreises Omega 3.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen auch folgendes: In kürzlich bei gesunden Vierjährigen durchgeführten Gedächtnis-Tests waren die Kinder besser, die über einen Zeitraum von vier Monaten hinweg täglich 0,4 g DHA zu sich genommen hatten.

Besseres Konzentrationsvermögen dank Omega-3-Fettsäuren

Bei Kindern mit Lern- und Aufmerksamkeitsstörungen verbesserten sich das Konzentrationsvermögen, das Verhalten und die Aufmerksamkeitsspanne durch Gaben von Omega-3-Fettsäuren deutlich. Bei den Lese- und Schreibfähigkeiten dieser Kinder waren schon nach drei Monaten deutliche Fortschritte festzustellen.

Eine norwegische Studie zeigte ebenfalls, dass Teilnehmer, die wenigstens 10 Gramm Fisch pro Tag aßen, bei Gedächtnis-Tests deutlich besser abschnitten. Mehr Fischmahlzeiten erhöhten die Leistungen: Wer täglich 75 Gramm Fisch zu sich nahm, war bei den Tests am besten.

Immer mehr wissenschaftliche Studien stützen außerdem die These, dass Omega-3-Fettsäuren schon frühzeitig dazu beitragen können, die Hirnfunktionen von Menschen zu schützen und damit das Risiko von Demenz und Erkrankungen an Alzheimer zu verringern.

Mit guter Omega-3-Versorgung Depressionen positiv beeinflussen

Eine aktuelle Studie aus Frankreich zeigt, dass sich mit einer guten Versorgung mit EPA bei Erwachsenen Depressionen und andere stimmungsabhängige Störungen positiv beeinflussen lassen. Zahlreiche weitere Untersuchungen bestätigen, dass regelmäßiger und über längere Zeit hinweg praktizierter Fischkonsum vor Depressionen schützen kann. Omega-3-Fettsäuren hellen die Stimmung auf und verbessern zudem auch Symptome bei stressbedingtem aggressivem Verhalten.

Pro Woche ein bis zwei Portionen fetten Fisch

In der Omega-3-Forschung tätige Wissenschaftler fordern durchweg eine Verbesserung der Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren in den westlichen Industrieländern, die derzeit unzureichend ist. Empfohlen wird, ein bis zwei Portionen fetten Fisch aus Kaltwasserregionen – Lachs, Hering, Makrele, Thunfisch – pro Woche zu essen und gleichzeitig die Zufuhr von Omega-6-Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen, z. B. Sonnenblumen-, Maiskeim- und Sojaöl, zu reduzieren.

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