Ordnung halten und aufräumen in Wohnzimmer, Küche, Flur, Bad, Toilette, Schlafzimmer, Kleiderschrank und Garage

  • Ordnung halten im Wohnzimmer

Soll es im Wohnzimmer richtig gemütlich sein? Ein Ort der Entspannung und Muße? Das hat so mancher irgendwie falsch verstanden und über die Jahre aus diesem Zimmer ein Museum gemacht – mit Andenken, Nippes und Sammlungen aller Art hinter Glas und auf Tischen, Regalen und in Kommoden. Zwar ist alles gut geordnet und es sieht irgendwie aufgeräumt aus. Aber trotzdem ist es ein ziemlich ungemütlicher Ort geworden.

Angestaubte Erinnerungsstücke, wohin das Auge blickt. In solchen Zimmern tankt man nicht neue Energie, sondern möchte das Weite suchen. Da stellt sich nur eine einzige Frage: fünf oder zehn Mülltüten?

  • Chaosbegrenzung in der Küche: Wieviele Gewürze braucht ein Mensch?

Sie kochen gerne und auch oft ausgefallene Gerichte? Dann haben Sie garantiert viele Gewürze. Und es steht zu befürchten, dass Sie sich in die hinteren Regionen Ihres Gewürzschränkchens schon lange nicht mehr gewagt haben. Die Folge: Was dort steht, brauchen Sie auch nicht. Denn dort haben sich auf wundersame Weise all jene Gewürze versammelt, die nie oder nur selten gebraucht werden. Somit: Weg damit in den Abfalleimer. Mit Übersichtlichkeit im Gewürzregal macht das Kochen viel mehr Spaß.

Wer eine große Küche sein Eigen nennt, hat meist auch große Schränke mit viel Geschirr. Aber braucht ein 2-Personen-Haushalt 20 oder noch mehr Frühstücksteller? Oder 40 Becher, Tassen und Krüge in allen Varianten? Für den täglichen Gebrauch reicht auch die Hälfte. Und wenn nicht gerade jede Woche eine Fete gefeiert wird, sollte das restliche Geschirr (und überzähiges Besteck) im Keller oder auf dem Dachboden verstaut werden.

  • So halten Sie im Flur Ordnung

Lange und großzügige Flure wirken wie ein Magnet auf Dinge, die man mal eben abstellen will, die aber dann doch länger als vorgesehen dort verbleiben. Kisten mit irgendwas, Zeitungsstapel oder andere Dinge schleichen sich auf Fluren fast unbemerkt ins Leben. Fangen Sie erst gar nicht an, sich daran zu gewöhnen. Für alles, was ins Haus kommt, muss es einen sinnvollen Platz geben. Das hat auch den Vorteil, dass Dinge schnell wiedergefunden werden können.

Wenn der selten gebrauchte Gymnastikball mal im Kleider­schrank, mal im Keller und dann wieder woanders verstaut wird, wissen Sie im Zweifelsfall nicht, wo er gerade jetzt zu finden ist. Wer oft umzieht, kennt dieses Problem mit Gegenständen aller Art. Nur mit einem fast schon pedantischen Ablagesystem, an das sich alle Familienmitglieder halten müssen, lässt sich frustrierendes Dauersuchen vermeiden.

  • Ordnung in Bad und Toilette: Von leeren Flaschen, Tuben, Deos und Creme-Töpfchen

Die Abstellflächen in Bad und Toilette sind in der Regel klein und begrenzt. Hier ein Schränkchen, da ein Regal. Das war´s, könnte man meinen. Doch manch einer hat auch Fußboden und Bade­wannenränder als ideale Ablageflächen entdeckt. Und dann machen fast leere Flaschen, Tuben, Deos, Creme-Töpfchen und Gläser mit bunten Flüssigkeiten den ohnehin schon spärlichen Platz noch ein bisschen knapper.

Gehen Sie kritisch Ihre Pflegeprodukte durch. Was brauchen Sie wirklich? Was haben Sie nur mal aus Neugierde gekauft, um es auszuprobieren? Was nicht mehr in Gebrauch oder leer ist, gehört in den Müll.
Auch Hausapotheken sollten ähnlich kritisch durchforstet werden. Beachten Sie die Verfallsdaten und beglücken Sie mit dem unbrauchbaren Rest Ihren Apotheker.

  • Ein aufgeräumter Kleiderschrank - so geht's

Hier stehen meist die Schränke und Kommoden mit Wäsche und Kleidung. Das Jahr hat bekanntlich vier Jahreszeiten und mancher hätte liebend gerne mindestens vier Schränke und eine entsprechende Anzahl von Kommoden . . .
Das Aussortieren fällt bei Wäsche und Kleidung besonders schwer. Denn das meiste hat man selbst ausgewählt und gekauft. Stellen Sie sich nicht die Frage, ob Sie dieses Kleid oder jene Jacke anziehen könnten, sondern beantworten Sie ehrlich die Frage: Haben Sie das Stück in den letzten 12 Monaten getragen? Wenn das nicht der Fall ist, dann kommt es aus dem Schrank (von Kleidung für besondere Anlässe, Abendgarderobe etc. mal abgesehen). Denn was wollen Sie mit einem Rock, auch wenn er Ihnen passt, wenn Sie ihn nicht tragen?

Und lassen Sie auch vom Glauben ab, Sie könnten in zu eng gewordene Teile in einigen Monaten wieder reinpassen, nur weil Sie sich vorgenommen haben abzunehmen. Erstens ist das keine Motivations­hilfe, sondern eher ein Anlass für immer neue Frustration („Da passt du nie wieder rein“). Und dann sorgt diese Doppel­gleisigkeit – Kleidung die passt und Kleidung die mal gepasst hat in ein und demselben Schrank aufzubewahren – regelmäßig für Verwirrung. Fraglich ist auch, ob Sie zwei, drei Jahre alte Hosen, Röcke, Kleider, Jacken und Pullover, die modisch nicht mehr aktuell sind, noch tragen wollen, nur weil Sie vielleicht irgendwann wieder hineinpassen. Belohnen Sie sich lieber mit einem neuen Teil, wenn die Pfunde gepurzelt sind.

  • Ordnung halten in der Garage: (K)ein Ort für Gegenstände, die eigentlich auf den Sperrmüll gehören

 Eigentlich dazu da, Autos eine Herberge zu sein, dienen Garagen oft als Zwischenstation für Gegenstände, die auf den Sperrmüll gehören. Defekte Gartentische und Stühle stapeln sich („Da fehlen nur ein paar Schrauben, die kann man nachkaufen...“) und reparaturbedürftige, museumsreife Fahrräder stehen gleich paarweise an der Wand. („Ach, wie toll, mit Klotzbremse. Die Räder sind sicherlich heute ein Vermögen wert...“)

Vor kurzem ist noch etwas Hausrat von Tante Lisa hinzugekommen (Sie: „Die Sachen sind wirklich noch brauchbar“), denn beim Umzug in eine kleinere Wohnung konnte sie nicht alles mitnehmen. Aber das Wegschmeißen überlässt sie anderen! Und ganz gemein ist, wenn man sich von ihr in einigen Monaten die Frage gefallen lassen muss, wo denn dieses oder jenes Teil hingekommen ist.

Auch ein auseinander geschraubter Wohnzimmer-Schrank aus den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts („Von wem haben wir den eigentlich?“) im hinteren Teil der Garage wartet vergeblich auf sein Comeback.
Ca. zehn Quadratmeter groß ist so eine Garage, die, wäre sie vermietet, im Jahr leicht 250 Euro einbringt. Als privater Schrottplatz bringt sie gar nichts und der eigene Wagen kann auch nicht abgestellt werden, obwohl ein Garagenwagen – weil diebstahlgeschützt – billiger zu versichern ist als ein an der Straße abgestelltes Fahrzeug.

Übrigens: Besonders fies sind teilgefüllte Garagen, in die man glaubt, sein Auto gefahrlos abstellen zu können. Leider, leider rutscht trotz aller Vorsicht dann doch mal so eine sorgsam verstaute Nostalgie-Gießkanne aus Zink vom wackeligen Regal auf das dünne Autoblech. . .

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