Probiotika: Gute Milchsäure produzierende Bakterien

Unter den Nahrungsmitteln mit einem Gesundheitsplus sind probiotische Joghurts immer noch der Renner in den Kühlregalen. Sie enthalten Milchsäure produzierende Bakterien, die das Gleichgewicht der Darmflora verbessern und Durchfallerkrankungen verhindern sollen. Auch die Stärkung des Immunsystems erhoffen sich die Hersteller. Doch was ist wirklich dran an diesen Versprechen?

Inzwischen findet man sie in fast jedem Haushalt: Quark, Käse, Fruchtsäfte, Müsli, Wurst und auch Babynahrung, die mit probiotischen Bakterien versetzt sind. Doch insbesondere in Joghurts und Joghurtdrinks werden sie verarbeitet. „Von den positiven Eigenschaften, die probiotischen Nahrungsmitteln zugeschrieben werden, sind mittlerweile einige gut belegt. Andere sind jedoch noch nicht endgültig erforscht und werden bislang nur vermutet“, sagt Brigitte Fischer, Ernährungswissenschaftlerin der Allgemeinen Ortskrankenkasse. „Probiotisch“ ist ein aus dem Griechischen abgeleitetes Kunstwort aus „pro“ und „bios“, das übersetzt „für das Leben“ bedeutet. Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge in aktiver Form in den Darm gelangen und dort positive gesundheitliche Wirkungen hervorrufen sollen.

36.000 verschiedene  Arten und Unterarten von Mikroorganismen

Das erreichen sie durch die Produktion von Milch- und Essigsäure und anderen Stoffwechselprodukten. In der Folge sinkt der ph-Wert im Darm und ein für viele Krankheitserreger lebensfeindliches Milieu entsteht. Rund 400 verschiedene Arten von Mikroorganismen kommen in der Darmflora vor. Neuere Schätzungen gehen gar von bis zu 36.000 Unterarten aus. Ingesamt beherbergt ein menschlicher Darm rund 100 Billionen Bakterien und damit ist die Zahl um den Faktor zehn höher als der Mensch Körperzellen hat. „Die Funktion dieser Bakterienakkumulation im Darm ist nur ansatzweise bekannt“, so der Ernährungswissenschaftler Stephan Bischoff von der Universität Hohenheim.

Krankheitserreger sollen unterdrückt werden

Als Probiotika werden besonders robuste Milchsäurebakterien der Gattungen Lactobacillus und Bifidobacterium eingesetzt. Damit die Mikroorganismen ihre positiven Wirkungen entfalten können, müssen sie besonders widerstandsfähig gegen Magen- und Gallensäuren sowie Verdauungsenzyme sein. Nur dann kann zumindest ein Teil von ihnen lebend in den Darm gelangen. Gut sind die Milchsäure produzierenden Bakterien immer dann, wenn sie sich zumindest kurzfristig im Dickdarm ansiedeln können. Andere „normale“, weniger robuste Joghurtbakterien werden zum größten Teil schon vorher im Magen und Dünndarm abgetötet. Im Darm angekommen, sollen probiotische Milchsäurebakterien – so stellt man es sich zumindest in der Theorie vor – die günstigen Bakterienarten der Darmflora unterstützen und gleichzeitig Krankheitserreger unterdrücken.

 

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