Probiotika oder Prebiotika?

Sie werden schnell mal miteinander verwechselt – Probiotika und Prebiotika (oder Prebiotika). Doch die Unterschiede sind gravierend: Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die die Darmflora stärken. In der Regel handelt es sich um Milchsäurebakterien die so robust sind, dass sie die Passage durch den salzsäurehaltigen Magensaft überleben.

Prebiotika sind hingegen das Futter für die Milchsäurebakterien.

Es handelt sich dabei meist um lösliche Ballaststoffe in Nahrungsmitteln, also unverdauliche Kohlenhydrate (zum Beispiel Inulin oder Oligofructose), die das Wachstum dieser probiotischen Bakterien befördern (um bis zu 400 Prozent) und nebenbei auch noch auf Umwegen einen erhöhten Cholesterinspiegel senken.

 

Prebiotika sind das Futter für Milchsäurebakterien

Oder anders gesagt: Ohne Prebiotika könnten die Milchsäurebakterien gar nicht ihre Wohltaten im Darm vollbringen. Deshalb auch der Hinweis auf vielen probiotischen Produkten, sich ausgewogen und gesund zu ernähren. Was nichts anderes heißt, viel ballaststoffreiches Obst und Gemüse zu essen.

So ist zum Beispiel das milchsäurefreundliche Inulin insbesondere in Chicorée (15 bis 20 %), Knoblauch (9 bis 16 %), Topinambur (16 bis 20 %), Poree (3 bis 10 %) und Zwiebeln (2 bis 6 %) enthalten. Es findet sich in geringerer Konzentration aber auch in Roggen und Weizen. Großtechnisch wird Inulin aus Zichorienwurzeln gewonnen und ist als Nahrungsergänzungsmittel (z. B. Pulver oder Tabletten) erhältlich.

Prebiotika verdrängen krankmachende Keime im Dickdarm

Die Bedeutung der Prebiotika für die Ernährung wird bislang nach Ansicht von Ernährungswissenschaftlern unterschätzt. Inulin & Co. sorgen nicht nur dafür, dass Mineralien wie Calcium und Magnesium gut vom Darm aufgenommen werden können. Es konnte auch gezeigt werden, dass unter dem Einfluss von Prebiotika die Menge krankmachender Keime im Dickdarm zurückgedrängt werden kann. Und es gibt ziemlich starke Hinweise, dass Prebiotika im Zusammenspiel mit dem beschleunigten Wachstum von bestimmten Milchsäurebakterien die Wahrscheinlichkeit von Dickdarmkrebs reduzieren. Wenn ein Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel gleichzeitig pro- und prebiotische Substanzen enthält, spricht man übrigens von einem Synbiotika.

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