Rückenschmerzen: Alles, was hilft

Rückenfreundliche Tipps aus Schulmedizin und Alternativheilkunde

Millionen plagen sich mit Schmerzen an der Wirbelsäule herum. Fast jeder hat in seinem Leben mindestens einmal „mit dem Rücken zu tun“.  Mal ist es die Lendenwirbelsäule, dann wieder der Ischiasnerv. Akute Kreuzschmerzen entstehen häufig dann, wenn z. B. eine Bandscheibe gereizt wird. Wirbelgelenke können blockieren oder die Rückenmuskulatur kann verspannt sein.

Doch häufig sind die Rückenschmerzen unspezifisch. Auch Röntgenbilder oder Kernspinuntersuchungen helfen oft nicht weiter, weil trotz eines schweren Rückenleidens nichts medizinisch Auffälliges zu entdecken ist. Manchmal kommen psychologische Momente ins Spiel („eine schwere Last tragen“). In vielen Fällen bleibt nur das Kurieren an den Symptomen und das Austesten, was dem eigenen Rücken gut tut.

 

  • Die Behandlungsempfehlungen der SCHULMEDIZIN bei Rückenschmerzen: Muskelentspannende Schmerzmittel, Krankengymnastik, Extensionsliegen, Fitness-Studio, Bandagen

Wenn akute Erkrankungen als Ursache von Rückenschmerzen ausscheiden (z. B. Bandscheibenvorfälle oder Tumore), werden häufig als kurzfristige Maßnahme Schmerzmittel oder muskelentspannende Medikamente verschrieben. Hinzu kommen Massagen oder krankengymnastische Übungen zur Linderung akuter Schmerzen. Sinnvoll sind in vielen Fällen Trainingseinheiten, die die Rückenmuskulatur stärken. Dauerhafter Erfolg stellt sich aber nur dann ein, wenn der Patient sie zu Hause regelmäßig und dauerhaft nachturnt.

Kombiniert mit Rückenübungen kann der Einsatz von sogenannten Extensionsliegen bei Rückenschmerzen sinnvoll sein. Unterschiedliche Systeme sind auf dem Markt. Das Prinzip ist immer ähnlich: Der Patient liegt mit dem Rücken auf einer Liege, die Wirbelsäule wird mechanisch sanft gestreckt (bis zu zwei Zentimeter) und so die Bandscheiben entlastet.

Während bei Rückenschmerzen bis vor einigen Jahren Ruhe und Schonung an erster Stelle standen sowie rückengerechte Bewegungsabläufe (immer noch richtig, insbesondere im Beruf), steht heute der aktive Rücken im Vordergrund, denn viele Probleme haben ihre Ursache in Bewegungsarmut. So zeigt eine Studie am Institut für Sportwissenschaft in Erlangen-Nürnberg, dass mangelnde körperliche Fitness (schwache Rückenmuskulatur) ein entscheidender Risikofaktor für Schmerzen im Lenden- und Nackenbereich ist.

Anleitungen für muskelstärkende Übungen bei Rückenschmerzen kann man sich mittlerweile nicht nur beim Physiotherapeuten, sondern auch in Fitness-Studios holen, die sich auf Rückenprobleme spezialisiert haben (vorher über Ausbildungsniveau der Trainer informieren). Rückenstützgürtel oder orthopädische Bandagen, die auch heute noch zum Abstützen der (muskelschwachen) Wirbelsäule verschrieben werden, sollten zumindest nicht auf Dauer getragen werden, da sie die Muskulatur weiter schwächen und so die Rückenschmerzen verstärken können.

  • PFLANZENHEILKUNDE bei Rückenschmerzen: Schmerzlindernde Salben und Körnerkissen

Muskelentspannende und schmerzlindernde Salben kommen in der Akutphase von Rückenschmerzen in Betracht; bewährt haben sich auch in Mikrowelle oder Backofen erwärmte Körner- oder Kirschkernkissen, die auf den Rücken gelegt werden: Sie fördern die Durchblutung und entspannen die Muskulatur.

 

  • NATURHEILVERFAHREN bei Rückenschmerzen: Schwimmen, Moorbäder, Kneipptherapie, Chiropraktiker, Craniosacral-Therapie, Biofeedback und autogenes Training

Schwimmen (Rückenschwimmen, Kraulen) in warmem (Thermal)-Wasser löst Verspannungen, streckt die Wirbelsäule und stärkt die Rückenmuskeln; auch warme Moorbäder mit anschließender Bettruhe tun bei Rückenschmerzen gut. Kuraufenthalte in auf Rückenprobleme spezialisierten Kurorten (z. B. Kneipp-Kurorte mit Thermalbädern) oder Kliniken können ebenfalls sinnvoll sein.

Nicht unproblematisch ist die Behandlung von Rückenschmerzen durch einen manuellen Therapeuten (Chiropraktiker). Ziel ist es, blockierte Gelenke zu „befreien“. Wenn die Diagnose stimmt, ist schnelle Schmerzlinderung möglich. Doch mehrere Studien bestätigen die Gefahr von Fehldiagnosen und falschen Behandlungen. Ebenfalls zu den manuellen Verfahren gehört die Craniosacral-Therapie, bei der mit kaum spürbaren Berührungen vorwiegend im Bereich des Schädels und des Kreuzbeins behandelt wird. Es wird von Behandlungserfolgen berichtet, die Wirksamkeit bei Rückenschmerzen ist nie wissenschaftlich belegt worden.

Mehr Erfolg versprechen Entspannungstherapien, da häufig beruflich aktive Menschen, die selten abschalten können und unter Dauerstress stehen, über plötzlich auftretende Rückenschmerzen klagen. In Frage kommen z. B. Autogenes Training, die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder das Biofeedback. Alle drei Verfahren verbessern auch die eigene Körperwahrnehmung.

  • HOMÖOPATHIE und Rückenschmerzen: Studie der Berliner Charité

Eine individualisierte homöopatische Behandlung ist eine effektive Methode gegen Kreuzschmerzen. So das Ergebnis einer aktuellen Studie, durchgeführt von der Berliner Charité, an der 129 Patienten mit chronischen Rückenschmerzen teilgenommen hatten. Die Behandlung verbesserte die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Patienten erheblich, die zuvor schon „konventionell“ behandelt worden waren. Nach zwei Jahren hatte sich die Zahl der Patienten, die Schmerztabletten einnehmen mussten, halbiert.
 

  • ASIATISCHE MEDIZIN: Mit Akupunktur, Yoga und Qi Gong gegen Rückenschmerzen

Wissenschaftliche Studien haben es bewiesen: Klassische Akupunktur hilft bei chronischen Rückenschmerzen (Lendenwirbelsäule). Die Stärkung der rückennahen Muskulatur steht auch bei speziellen Yoga-Übungen im Mittelpunkt; darüber hinaus wirkt Yoga entspannend auf die gesamte Muskulatur. Übungen, bei denen zu sehr das Rückgrat gedreht oder nach hinten gebeugt wird, sollte man erst nach ärztlicher Rücksprache mitmachen, da die Gefahr von Bandscheibenvorfällen besteht. Ebenfalls empfehlenswert ist Qi Gong oder Tai Chi.

 

  • ERNÄHRUNG bei Rückenschmerzen: Mehr Salz und Vitamin E

Wenig weiß man über den Einfluss der Ernährung auf Rückenschmerzen. Es gibt aber Hinweise (sie stammen von dem iranischen Arzt Fereydoon Batmanghelidj),

dass eine über Jahre sich hinziehende übertriebene salzarme Ernährung (aus Angst vor den Folgen von zuviel Salzkonsum) als eine Ursache von Rückenschmerzen in Frage kommen kann. Die Einnahme von Schmerzmitteln lässt sich nach Ansicht von Naturheilkundlern mit hochdosiertem Vitamin E als Nahrungsergänzungsmittel (400 bis 800 mg täglich) reduzieren, da entzündungshemmende Botenstoffe aktiviert werden. → weiter

 

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