Scheidentrockenheit? Hormoncremes, Hyaluronsäure oder Gleitcremes können helfen

Nach den Wechseljahren herrscht bei vielen Paaren die große Flaute im Bett. Scheinbar lustlos ziehen sich etliche Frauen zurück und wehren die Annäherungsversuche ihrer Partner ab. Ein häufiger Grund ist Scheidentrockenheit, genauer eine zu trockene Scheidenschleimhaut.

Ausgelöst wird sie oft durch die hormonellen Veränderungen des Körpers. Statistiken sagen: Ungefähr jeder dritten Frau nach den Wechseljahren nimmt Scheidentrockenheit die sexuelle Lust.

Scheidentrockenheit: Häufig Juckreiz, Brennen und bakterielle Infektionen

Die mangelnde Feuchtigkeit ist in vielen Fällen auf einen niedrigen Östrogenspiegel zurückzuführen. Neben Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind Juckreiz, Brennen und häufige bakterielle Infektionen die unangenehmen Folgen der nachlassenden Hormonproduktion.

Damit die betroffenen Frauen sich wieder wohl fühlen können, empfehlen Experten Cremes oder Zäpfchen, die das Hormon Estriol enthalten. Die rezeptpflichtigen Präparate wirken der Scheidentrockenheit entgegen, indem sie die vaginale Durchblutung fördern und zugleich das gesunde saure Scheidenmilieu erhalten.

Das Östrogen Estriol wirkt hauptsächlich lokal in der Scheide und nicht wie die Östrogene aus der Hormonersatztherapie auch im Bereich von Brust und Gebärmutter.

Auch Gleitcremes können bei Scheidentrockenheit helfen

Doch bevor man seinen Körper mit künstlichen Hormonen belastet (wenn auch nur lokal begrenzt) sollte man es vielleicht mal mit Gleitcremes versuchen. Die gibt es rezeptfrei in Drogerien und Apotheken. Aber Vorsicht: Fetthaltige Gleitmittel wie Hautcreme oder Babyöle machen Kondome porös und brüchig.

Ein anderer Tipp bei Scheidentrockenheit: Manchmal helfen auch Vaginalzäpfchen mit Hyaluronsäure und Aloe vera.

Probleme mit trockener Scheidenschleimhaut lassen sich aber häufig noch ganz anders vermeiden – nämlich durch häufigen Geschlechtsverkehr. Denn dabei wird die Vagina gedehnt, was die Durchblutung fördert und so zu mehr natürlichem Gleitmittel verhilft.

Scheidentrockenheit durch die Pille

Nicht nur Frauen in und nach den Wechseljahren können mit dem Problem der trockenen Scheidenschleimhaut zu tun haben. Auch bei jüngeren Frauen kann die mangelnde Gleitfähigkeit zu Problemen in der Partnerschaft führen. Auslöser können Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck sein, die Einnahme von Medikamenten, aber auch Zigaretten- und Alkoholkonsum oder die Einnahme der Pille.

Unterschätzt werden oft die psychischen Ursachen. Stress im Beruf, Nervosität oder Probleme mit dem Partner können sich in körperlichen Folgen niederschlagen. Meist ist die mangelnde Feuchtigkeit der Scheidenschleimhaut dann nur ein Problem unter vielen.

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