Schuppenflechte: Alles, was hilft

Heilen lässt sie sich nicht, aber die Schuppenflechte kann in vielen Fällen so weit zurückgedrängt werden, dass ein erträgliches Leben möglich ist. Psoriasis, so ein anderer Name, erkennt man meist an den roten, scharf begrenzten, silbrig glänzenden und schuppenden Hautflecken. Häufig sind Knie und Ellbogen betroffen, aber es können auch andere Körperstellen befallen sein.

Während normalerweise die Hautzellen 26 bis 28 Tage für die Erneuerung brauchen, sind es bei der Schuppenflechte nur sechs bis sieben Tage. Die Krankheit tritt oft in Schüben auf. Ungefähr jeder zehnte Patient leidet zusätzlich an Gelenkschmerzen.

Dem Auftreten der Schuppenflechte liegt eine erbliche Komponente zugrunde. Als Krankheitsauslöser werden u.a. Infektionen, Sonnenbrand, Leberstörungen, fettreiche Ernährung, Chemikalien, Medikamente und psychischer Stress diskutiert. Denn nicht jeder, der eine genetische Anlage hat, erkrankt auch.

 

  • So behandelt die SCHULMEDIZIN Schuppenflechte: Mit Salicylsäure, Kortisonsalben, Hydrocortison, Dithranol, Steinkohlenteer, Calcipotriol, Tazaroten, MTX

Fast jede Behandlung beginnt mit einer äußerlichen Salben-Anwendung. Ziel ist es, die Schuppen zu lösen (z. B. mit Salicylsäure) und die Hautentzündung zu stoppen. Hier sind in vielen Arztpraxen immer noch Kortisonsalben (Prednisolon, Triamcinolon, Betadermic etc.) das Mittel der Wahl. Bei längerfristiger Anwendung besteht aber die Gefahr, dass die Haut an der behandelten Stelle dünn wird. Deshalb sollte mit Kortisonsalben nicht länger als zwei Wochen am Stück eingecremt werden.

Mittlerweile gibt es auch rezeptfrei erhältliche Salben und Cremes gegen Schuppenflechte mit bis zu 0,5 Prozent Hydrocortison. Auch sie dürfen nur zeitlich begrenzt eingesetzt werden.

Häufig genau so gut wirken Salben auf der Basis von Dithranol, das die erhöhte Vermehrung der Hautzellen verhindert. Das Problem ist nur, dass Haut und Wäsche braun verfärben. Wird Dithranol konzentriert aufgetragen und nach ein, zwei Minuten wieder abgewaschen, ist genügend Wirkstoff in die Haut eingedrungen, die Braunfärbung ist minimal.

Schon seit über 100 Jahren und auch heute noch wird Schuppenflechte mit Steinkohlenteerpräparaten behandelt. Mögliche Nebenwirkungen: die Haut wird lichtempfindlicher und die Hautkrebsgefahr steigt.

Hat sich die Schuppenflechte auf der Kopfhaut festgesetzt, müssen ebenfalls erst die festsitzenden Schuppen gelöst werden. Häufig reicht schon über Nacht das großzügige Einölen der Kopfhaut. In stärkeren Fällen empfehlen sich Fertigpräparate zum Ablösen der Schuppen. Die Haarwäsche am nächsten Morgen beginnt mit einem milden Shampoo gefolgt von einem medizinischen Haarwaschmittel.

Weitere Mittel zur Behandlung von Schuppenflechte sind Präparate auf der Basis von Vitamin-D ähnlichen Wirkstoffen. So wird z. B. Calcipotriol eine ähnlich gute Wirkung wie Kortison nachgesagt; Nebenwirkung bei längerfristigem Gebrauch gibt es aber auch hier. Tazaroten, ein Vitamin-A ähnlicher Stoff, wird ebenfalls zur Behandlung eingesetzt.

Nur für schwere Fälle vorbehalten sind Medikamente zum Einnehmen oder als Spritze für die innerliche Therapie. Verschrieben werden u.a. MTX (Methotrexat) und sogenannte Fumarate; mit uner­wünschten Nebenwirkungen (u.a. Leber- und Nierenschäden) ist zu rechnen.

 

  • Mittel aus der PFLANZENHEILKUNDE gegen Schuppenflechte: Mahonia Pflanzenrinde, Stoffwechseltee

Für die Langzeittherapie gegen Schuppenflechte geeignet sind Präparate auf der Basis von Mahonia Pflanzenrinde (z.B. Rubisan Salbe, Ekzevowen Derma Salbe); das Zellwachstum und die Entzündungsreaktionen werden gehemmt.

Zur Basisbehandlung empfiehlt Dr. Volker Schmiedel von der Habichtswald-Klinik in Kassel einen Stoffwechseltee: Je 2 EL Sennesblätter (Folia Sennae), Kümmel (Fructus Carvi) und Kamillenblüten (Flores Chamomillae) mit 1 EL Bittersüßstengel (Stipites Dulcamarae) vermischen, davon 2 TL auf 1 Tasse mit heißem Wasser, 20 Minuten ziehen lassen, 2 mal täglich trinken; Dauer: vier Wochen.
 

 

  • NATURHEILVERFAHREN bei Schuppenflechte: Balneo-Phototherapie, Klimatherapie, Photo-Chemotherapie, Ultraviolettlicht, Heilerde, Kleiebäder, Rötliche Saugbarbe, Eigenbluttherapie

Empfehlenswert sind Bäder in stark salzigem Wasser; noch wirksamer ist eine sogenannte Balneo-Phototherapie: Salzwasser-Bäder werden mit Bestrahlung (UV-Licht) kombiniert; diese Therapie wird insbesondere in Nord- und Ostseeheilbädern angeboten sowie in dermatologischer Praxen und Kliniken; Studien belegen die Wirksamkeit bei Schuppenflechte. Auch empfehlenswert: eine Klimatherapie am Toten Meer; für den meist vierwöchigen Aufenthalt sind die Monate April bis Juni sowie September und Oktober am geeignesten; Kosten: 2000 bis 3000 EUR. Bei einer Photochemotherapie (PUVA) wird die Haut zuerst durch Meladinine oder Psoraderm (in Tablettenform) lichtempfindlich gemacht und dann mit langwelligem Ultraviolettlicht bestrahlt; Behandlung: dreimal pro Woche. Nach Abklingen wird die Bestrahlungshäufigkeit reduziert. Bei einer Strahlentherapie besteht prinzipiell die Gefahr von Hautverbrennungen und Augenschäden.

Gegen Entzündungen helfen auch Auflagen aus Heilerde; Kleiebäder wirken dem Juckreiz entgegen. Befallenene Hautareale sollten nicht stark gebürstet oder abgerubbelt werden, denn mechanischer Druck kann die Schuppenflechte verstärken. Wirksam und nebenwirkungsfrei sind Behandlungen mit der Rötlichen Saugbarbe (Garra rufa). Bei dieser „Knabberfisch“-Therapie steigen die Patienten täglich in ein Therapiebecken mit zirka 150 bis 200 Fischen, die die Hautschuppen abknabbern. Anschließend folgt eine kurze UV-Bestahlung. Über die Wirksamkeit gibt es widersprüchliche Angaben.

Von teilweise ermutigenden Resultaten wird von der Eigenbluttherapie berichtet, bei der 10 bis 20 ml des patienteneigenen Blutes entnommen und zum Beispiel nach einer Anreicherung mit einem pflanzlichen Heilmittel wieder zurückgespritzt wird. Die Therapie schlägt aber nicht bei jedem Menschen an.
 

  • So hilft HOMÖOPATHIE bei Schuppenflechte

Von einer möglichst individuellen Behandlung versprechen sich Homöopathen gute Ergebnisse. Häufig eingesetzte Einzelmittel bei Schuppenflechte: Cardiospermum, Berberis aquifolium, Graphites, Hyrocotyle asiatica; Komplexmittel: u.a. Pflügerplex Anatherum 212, Hewekzem novo Heilsalbe N..
 

  • ERNÄHRUNG bei Schuppenflechte: Auf scharfe und fette Speisen verzichten, mehr Vollwertkost, weniger Alkohol

Nahrungsmittel die Schuppenflechte auslösen sind nicht bekannt. Doch es ist sinnvoll auf zu fette, zu süße und zu scharfe Speisen zu verzichten.

Vollwertkost kann das Heilgeschehen positiv beeinflussen. Das Rauchen sollte man einstellen und den Alkoholkonsum reduzieren. → weiter

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