Sekundäre Pflanzenstoffe

Wie sie uns vor Krankheiten schützen

Sie sind wahre Wundermoleküle – die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe. Ihre Aufgabe: Sie sollen Pflanzen u.a. vor Bakterien- und Pilzerkrankungen schützen. Fressfeinde – Insekten und Tiere – halten sich die Pflanzen mit diesen komplexen chemischen Verbindungen ebenfalls vom (Zell)-Leib. Und sie können auch durch Angriffe entstandene Schäden wieder reparieren und ermöglichen so den Pflanzen das Überleben unter feindlichen Bedingungen.

Doch nicht nur die Pflanzen schützen sich mit diesen Inhaltsstoffen. Auch wir Menschen profitieren von diesen natürlichen Abwehrstrategien – vorausgesetzt, wir essen Obst und Gemüse. Insbesondere in der Krebsforschung zeigt sich, dass diese Moleküle eine Hauptrolle in unserem Abwehrsystem spielen und uns vor Krankheiten schützen.

Zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen u.a.

  • Polyphenole: Sie stecken zum Beispiel im Granatapfel und senken den Blutdruck.
  • Sulfide: Die findet man in Zwiebeln und insbesondere im Knoblauch. Sie halten das Blut füssig.
  • Phenolsäuren: Kommen im Obst vor und wirken gegen Bakterien.
  • Saponine: Sie sind reichlich in Hülsenfrüchten enthalten. Ihnen wird eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt.
  • Flavonoide: Stecken konzentriert zum Beispiel in der Schale von Äpfeln und haben eine antioxidative und krebsschützende Wirkung.

Große Unterschiede im Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen

Mittlerweile weiß man auch: Es gibt große Unterschiede im Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. So enthalten Gewächse wie Blaubeeren, grüner Tee, Tomaten, Weintrauben, Knoblauch, Zitrusfrüchte, Kohl oder Brokkoli besondere viele dieser Wundermoleküle.

Gleichzeitig spielen aber auch Erntezeitpunkt, Wachstumsbedingungen und Bodenqualität eine große Rolle. So enthält Freilandsalat wesentlich mehr sekundäre Pflanzenstoffe als Gewächshaussalat, was man schon am kräftigeren Geschmack merkt. Der Grund: Die natürliche Umwelt ist für die Pflanzen ein großer Stressfaktor, der die Produktion der sekundären Pflanzenstoffe ankurbelt.

Mehr sekundäre Pflanzenstoffe in Bio-Gemüse

Und eine ganz aktuelle Studie aus Basilien zeigt – auch wenn es häufig in Abrede gestellt wird: Pflanzen, die ohne chemische Hilfsmittel aufwachsen, enthalten – verglichen mit konventionell angebautem Obst und Gemüse – wesentlich mehr sekundäre Pflanzenstoffe.

 In der neuen Studie hatten Forscher Tomaten aus herkömmlichem Anbau mit Tomaten aus biologischer Erzeugung verglichen. Das Ergebnis: Die Bio-Tomaten hatten im Schnitt zwar 40 Prozent weniger Volumen. Aber weil das Wachstum nicht mit Chemikalien „begleitet“ wurde, mussten die Pflanzen ihre eigenen Überlebensreserven viel stärker aktivieren.

Die Folgen konnten die Wissenschaftler messen: Die Biotomaten enthielten z. B. 55 Prozent mehr Vitamin C. Und auch andere gesundheitsrelevante Werte lagen weit über dem Normaldurchschnitt, teilweise um bis zu 139 Prozent.

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