So senken Sie Ihr Homocystein

Mit Folsäure und den Vitaminen B6 und B12 gegen Herzinfarkt und Schlaganfall

Leicht hat man es nicht mit dem Homocystein: Der Name der Aminosäure ist nicht nur schwer auszusprechen, sondern außerhalb der Medizin auch noch so gut wie unbekannt. Während alle Welt auf die Cholesterinwerte schaut, bleibt das Homocystein im Blut so gut wie unbeachtet. Doch mittlerweile steht fest: Erhöhte Werte steigern das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall. Die gute Nachricht: In vielen Fällen reicht schon eine etwas geänderte Ernährung zur Normalisierung erhöhter Homocystein-Werte.

 Stress, Bluthochdruck, Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte – das sind einige der bekannten Faktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall. Seit einigen Jahren weiß man, dass erhöhte Homocystein-Werte ebenfalls dazu gehören. Der US-Mediziner Kilmer McCully war 1968 auf diesen Zusammenhang gestoßen. Aber erst vor gut zehn Jahren wurden seine Vermutungen durch mehrere große Studien bestätigt.

Der Körper produziert das Stoffwechselprodukt Homocystein selbst. Es wird aus einem lebensnotwendigen Eiweißbaustein (Methionin) gebildet. Bei einer guten Vitaminversorgung macht das Homocystein keine Probleme – es wird in Cystein umgewandelt und mit dem Urin ausgeschieden.

Vitamine aus der B-Gruppe – B6, B12 und Folsäure – machen das Homocystein unschädlich

Unschädlich gemacht wird das Homocystein insbesondere von Vitaminen aus der B-Gruppe – B6, B12 und Folsäure, auch Vitamin B9 genannt. Passiert das nicht, entfaltet das Zellgift in erhöhter Konzentration seine unerwünschten Folgen: Die Blutgefäßwände verdicken sich, ihre Elastizität nimmt ab, das Blut kann schneller verklumpen, die Wahrscheinlichkeit von Durchblutungsstörungen nimmt zu.

 Homocystein beschleunigt die Arterienverkalkung und gilt als eigenständiger Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Das heißt: Auch wer ansonsten gesund lebt und sich fit hält, kann ein Opfer zu hoher Homocystein-Werte werden.

Ab 40 und bei Frauen nach der Menopause steigt der Homocystein-Wert

Die Ursachen erhöhter Werte sind vielfältig. Doch durch eine ausreichende Versorgung mit den genannten B-Vitaminen können moderat erhöhte Homocystein-Werte meist wieder normalisiert werden. Inbesondere ab 40 und bei Frauen nach der Menopause steigt nach Erfahrungen von Medizinern der Homocystein-Wert, der im Rahmen einer normalen Blutuntersuchung ermittelt werden kann.

Zur Normalisierung erhöhter Werte gibt es freiverkäufliche Vitaminpräparate in großer Zahl. Als Alternative bieten sich Lebensmittel an, die besonders viel von diesen B-Vitaminen enthalten.

Reichlich Folsäure enthalten Hülsenfrüchte, Leber, Hefe und Nüsse.

B6 steckt in Vollkornprodukten, Bananen, Nüssen, Fleisch und Innereien.

Und das Vitamin B12 findet sich fast ausschließlich in tierischen Produkten, insbesondere in den Innereien.

Vegetarier sind häufig schlecht mit Vitamin B12 versorgt

Gerade Vegetarierer sollten deshalb ihre Vitamin B12 -Versorgung im Auge behalten. Zwar dauert es mehrere Jahre, bis die B12-Speicher des Körpers geleert sind. Aber irgendwann muss für Nachschub gesorgt werden – und sei es in synthetischer Form.

Vor gut 15 Jahren begann man in den USA und Kanada damit, Mehl mit Folsäure anzureichern. Eigentlich wollte man „nur“ Neuralrohrdefekte („offener Rücken“) bei Neugeborenen verhindern. Das Ziel wurde erreicht, die Zahlen gingen drastisch zurück. Gleichzeitig zeigt sich aber auch: Die Zahl der Todesfälle durch Herzinfarkt und Schlaganfälle ist seitdem ebenfalls zurückgegangen. Nach Schätzungen des „Centers for Disease Control“ geht es allein in den USA um bis zu 50.000 Fälle pro Jahr.

Zusammenhang zwischen Homocystein und Alzheimer

Auf eine gute Versorgung mit den genannten B-Vitaminen sollte man auch aus anderen Gründen achten: Es gibt nämlich Untersuchungen, die einen Zusammenhang sehen zwischen erhöhten Homocystein-Werten im Blut und dem Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Dabei zeigte sich, dass bei einem Homocystein-Werte über 14 µmol/l das Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung sich fast verdoppelt.

Auch Depression im Alter und Parkinson (Schüttellähmung) scheint mit hohen Homocystein-Werten im Zusammenhang zu stehen.

Und sogar die Makuladegeneration, bei der das Sehvermögen beeinträchtigt wird, hängt stark mit der Höhe des Homocystein-Spiegels im Blut zusammen.

Auch wenn es noch nicht bewiesen – Dr. McCully, der die besondere Rolle des Homocysteins entdeckt hat, sieht das Zellgift als Ausgangspunkt von vielen Gefäßerkrankungen. Erhöhte Cholesterinwerte, die heute immer noch im Mittelpunkt der Diskussion ständen, seien nur die Folge der Schäden, die das Homocystein in den Blutbahnen anrichte, so der Wissenschaftler in einem Interview.

Was erhöht den Homocystein-Wert im Blut?

  1. Rauchen
  2. hoher Kaffeekonsum
  3. Einnahme von Verhütungsmitteln
  4. entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen
  5. Vitaminmangel (B6, B12 und Folsäure)
  6. Schuppenflechte
  7. Alkoholismus
  8. genetische Enzymdefekte
  9. Hormonersatztherapie
  10. Medikamente: u.a. zur Senkung erhöhter Cholesterinwerte, Magensäureblocker

Mit einem Bluttest kann der individuelle Wert ermittelt werden

 Wer als gesetzlich Krankenversicherter wissen will, wie hoch sein Homocystein-Wert ist, muss den Bluttest selbst bezahlen. Außer bei einem „begründeten Verdacht“ werden die Kosten, die bei ca. 40 Euro liegen, übernommen. Hinzu kommt noch die Beratungsgebühr des Arztes.

Wo der kritische Grenzwert liegt, der nicht überschritten werden sollte, ist umstritten: Manche Mediziner gehen von 12 µmol/l aus, andere berufen sich auf Studienergebnisse die besagen, dass es nicht mehr als 10 µmol/l sein sollten.

Senken Sie Ihren Homocystein-Wert mit den richtigen Nahrungsmitteln!

Vitamin B12-Gehalt (Cobalamin) von Lebensmitteln (pro 100 Gramm):

  1. Rinderleber, gebraten 67,0 µg       
  2. Schweineleber, gebraten 40,0 µg       
  3. Hähnchenleber, gebraten 24,0 µg       
  4. Kalbsleberwurst 14,0 µg  
  5. Leberwurst, fein 13,0 µg         
  6. Makrele 10,0 µg  
  7. Bismarckhering Konserve 8,0 µg      
  8. Bückling 8,0 µg       
  9. Miesmuschel, frisch gegart 7,0 µg       
  10. Sprotte, geräuchert 6,0 µg       
  11. Brathering, Konserve 6,0 µg       
  12. Forelle, frisch gegart 5,0 µg                  
  13. Matjeshering, gesalzen 5,0 µg              
  14. Rindhackfleisch, gegart 4,0 µg                     
  15. Forelle, geräuchert 4,0 µg       
  16. Rindfleisch, gegart 4,0 µg       
  17. Eigelb 2,0 µg       
  18. Hartkäse  2,0 µg       
  19. Emmentaler   2,0 µg
  20. Bergkäse Vollfettstufe 2,0 µg
  21. Mozarella   ,0 µg  
  22. Tilsiter  2,0 µg

Tagesbedarf B12: Erwachsene und Jugendliche ca. 3 µg, Schwangere und Stillende: 3,5 bis 4 µg.

Ein Mangel entwickelt sich sehr langsam; auch bei völligem Stopp macht er sich erst nach 3 bis 5 Jahren bemerkbar.

Ein B12-Mangel im Alter ist meist eine Begleiterscheinung von Magen-Darm-Erkrankungen. Nach Schätzungen sind 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung über 60 von einem Vitamin B12 Mangel betroffen.

Vitamin B6-Gehalt (Pyriodoxin) von Lebensmitteln (pro 100 Gramm):

  1. Hefe 2,0 mg
  2. Hafer (Vollkorn) 1,0 mg
  3. Leinsamen 0,9 mg
  4. Kalbsleber 0,9 mg
  5. Walnuss 0,9 mg
  6. Lachs 0,8 mg
  7. Rinderleber 0,8 mg
  8. Sardine 0,8 mg
  9. Brathähnchenleber 0,8 mg
  10. Hirseflocken 0,8 mg
  11. Hirse (Vollkorn) 0,8 mg
  12. Weizenkleie 0,7 mg
  13. Reis, ungeschält 0,7 mg
  14. Schweineleber 0,7 mg
  15. Dicke Bohnen (getrocknet) 0,6 mg
  16. Sonnenblumenkerne 0,6 mg
  17. Sojabohne, geröstet 0,6 mg
  18. Buchweizen 0,6 mg
  19. Erdnußbutter 0,6 mg
  20. Gerste (Vollkorn) 0,6 mg
  21. Avocado 0,5 mg

Tagesbedarf B6: ca. 1,6 (Frauen) bis 1,8 mg (Männer); Kinder und Jugendliche 1,2 mg; Schwangere und Stillende 1,9 mg

Je mehr Eiweiß (z. B. Fleisch und Fisch) gegessen wird, desto höher ist der Bedarf. Mangelerscheinungen sind selten, da das Vitamin in fast allen Lebensmitteln vorkommt. B6 aus pflanzlichen Quellen kann nicht so gut vom Organismus wie tierische B6-Quellen verarbeitet werden; die Bioverfügbarkeit ist geringer.

Folsäure-Gehalt (auch B9 genannt) von Lebensmitteln (pro 100 Gramm):

  1. Sojaeiweiß 300,0 µg    
  2. Weizenkeime 250,0 µg    
  3. Rinderleber  226,0 µg    
  4. Weizenkleie  140,0 µg    
  5. Hefe  130,0 µg    
  6. Pfifferling, getrocknet 104,0 µg    
  7. Bohnen, dick, getrocknet 80,0 µg    
  8. Fenchel, frisch 70,0 µg    
  9. Rote Rübe, frisch 70,0 µg    
  10. Schweineleber, gegart 62,0 µg    
  11. Pastinake, frisch 57,0 µg    
  12. Blattspinat, frisch 50,0 µg    
  13. Sonnenblumenkern frisch 50,0 µg    
  14. Mohn, frisch  50,0 µg    
  15. Sesam, frisch  49,0 µg    
  16. Walnuß, europäisch 48,0 µg    
  17. Hühnereigelb 48,0 µg    
  18. Chinakohl, frisch 42,0 µg    
  19. Weichkäse 40,0 µg    
  20. Chicoree, frisch 33,0 µg    
  21. Roggen-Vollkornmehl 33,0 µg    
  22. Mandel, süß 33,0 µg    
  23. Avocado, frisch 30,0 µg    
  24. Sanddornbeerenkonzentrat 30,0 µg    
  25. Mango, frisch 30,0 µg    
  26. Blumenkohl, frisch 30,0 µg  

Tagesbedarf Folsäure: Erwachsene und Jugendliche ca. 400 µg, Schwangere und Stillende 600 µg Nahrungsfolat

Viele gängige Arzneimittel sind „Folsäureräuber“: u.a. Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin), Antibabypille, Antibiotika; viel Folsäure geht durch Lagerung und langes Erhitzen verloren. Auch Erkrankungen von Leber und Niere erhöhen den Bedarf, ebenso das Rauchen.

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