Stoffwechseldiät im Biorhythmus: Wann Sie was essen dürfen

Ernährungstipps von Dr. Detlef Pape und Michel Montignac

Jeder Stoffwechsel, auch der menschliche, wird von einem Biorhythmus gesteuert. Für die Ernährung heißt das: Zu unterschiedlichen Zeiten wird das, was wir essen, vom Organismus anders behandelt. Von der offiziellen Ernährungslehre wird das immer noch ignoriert. Doch immer mehr Forschungsergebnisse zeigen, dass spätes essen, insbesondere der Konsum vieler Kohlenhydrate am Abend, zum Übergewicht beiträgt. Es ist also nicht egal, wann wir etwas essen. Das ist der Hauptgedanke der Stoffwechseldiät, die genau so gut auch Stoffwechselernährung genannt werden könnte. Denn im Unterschied zu einer Kurzzeit-Diät kann (und sollte) eine Stoffwechseldiät auch die Grundlage für eine Ernährungsumstellung sein.

Morgens zum Frühstück

Wie startet man bei einer Stoffwechseldiät in den Tag? Auf jeden Fall, da sind sich alle Befürworter einig: Mit einem guten Kohlenhydratfrühstück. Denn während der Nacht wurden die Glukose-Speicher geleert. Und die müssen wieder aufgefüllt werden.

Dr. Pape: Reines Kohlenhydrat-Frühstück ohne Eiweiß

Dr. Detlef Pape, als einer der bekannteren Vertreter einer Stoffwechseldiät, empfiehlt ein reines Kohlenhydrat-Frühstück ohne Eiweiß, also auch ohne Milch und Milchprodukte. Ins Müsli kommen in diesem Fall zum Beispiel Orangensaft, Sojamilch oder verdünnte Sahne. Erlaubt sind Brot, Brötchen, Knäckebrot oder Toast, zum Beispiel mit Marmelade oder Honig. Wegen des Eiweißverbots lässt Detlef Pape keine Streichwurst, Aufschnitt, Quark oder Frischkäse zum Frühstück zu.

Zu den frühen Vertetern einer Stoffwechseldiät in Europa gehört der Franzose Michel Montignac, der auch als erster Bücher zu diesem Thema veröffentlicht hat. Wer es gerne herzhaft mag, sollte sich lieber an seinen Vorschlägen orientieren. Denn auch er favorisiert ein Kohlenhydrat-Frühstück, z. B. mit Vollkornbrot oder Müsli, damit man morgens die nötige Energie für den Tag erhält. Doch bei ihm sind auch eiweißhaltige Lebensmittel erlaubt.

Montignac: Stark fetthaltige Nahrungsmittel (Käse, Butter, Wurst) sind verboten

„Es eignen sich Magermilchprodukte, Schinken ohne Fettrand oder noch besser dünne Scheiben Hähnchen- oder Putenbrust, dessen Fettgehalt unter zwei Prozent liegt“, so Michel Montignac. Stark fetthaltige Nahrungsmittel (Käse, Butter, Wurst) sind hingegen verboten, weil diese Fette zusammen mit den Kohlenhydraten durch die starke Insulin-Antwort gespeichert würden.

Summe und Fazit aus beiden Frühstücks-Vorschlägen: Essen Sie sich morgens mit Kohlenhydraten (Brot, Brötchen) satt. Marmelade, Wurst oder Käse – alles ist in Ordnung. Butter, Margarine und andere Fette dürfen aber nur sparsam verbraucht werden.

Mittagessen

 Bei einer Stoffwechseldiät muss nach Ansicht von Michel Montignac mittags der wichtigste Grundsatz eingehalten werden: Es dürfen „nur Kohlenhydrate mit niedrigem bzw. sehr niedrigem glykämischen Index verzehrt werden.“ Und fast genau so wichtig: „Wie beim Frühstück gibt es keine Mengenbeschränkungen. Sie sollten so viel essen, dass sich ein angenehmes Sättigungsgefühl einstellt.“ Kalorienzählen brauchen Sie also nicht.

Montignac: Viel Gemüse mit Fleisch und Geflügel

Zu den erlaubten Nahrungsmittel gehören: Viel Gemüse (roh und gekocht) und dazu Fleisch, Geflügel, Wild, Eier, Käse, Quark, Fisch und Schalentiere (weitere Beispiele finden Sie hier).

Und wie sieht es beim Nachtisch aus? Empfohlen werden Joghurt, Quark, Frischkäse und gereifter Käse (Montignac ist Franzose!); dazu gibt es Himbeeren, Erdbeeren oder gekochtes Obst. Verboten sind – zumindest in der Anfangsphase der Ernährungsumstellung – z. B. Fruchtjoghurts, Gebäck, Milchreis oder Pudding.

Stoffwechseldiät nach Dr. Pape: Auch Mittags sind kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel erlaubt

Viel größzügiger als Montignac ist Dr. Pape, denn bei ihm gibt es mittags kein Kohlenhydrate-Tabu: Auch stark kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel wie Nudeln, Reis und Brot dürfen gegessen und zum Beispiel mit Fleisch kombiniert werden.

Der Grund für die Großzügigkeit: Die hohen Insulin-Antworten einer solchen Mischkostmahlzeit werden – so seine Vermutung – zwischen 11 und 16 Uhr vom Organismus gut verkraftet; es wandert so gut wie nichts in die Fettzellen, ist sich Detlef Pape sicher. Forschungsergebnisse, die das unterstützen, fehlen bislang aber.

Summe und Fazit aus beiden Mittagessen-Vorschlägen: Während Montignac (und mit ihm auch andere Vertreter einer Stoffwechseldiät) von Nudeln, Kartoffeln, Reis und anderen Beilagen mit einem hohen glykämischen Index abraten, hat Dr. Pape nichts gegen solche Nahrungsmittel zum Mittagessen. Da beide Stoffwechsel-Experten nach eigenen Worten gute Erfahrungen mit ihren Diät-Vorschlägen gemacht haben, bleibt nur die Empfehlung: Probieren Sie beide aus. Da aber in der Regel ohnehin zuwenig Gemüse gegessen wird, kann man ja die Gemüseportionen größer und dafür die Kartoffel- und Nudelmengen kleiner werden lassen.

Abendessen

 Hier treffen sich die beiden Stoffwechseldiäten von Pape und Montignac – mit kleinen Unterschieden.

Für beide Stoffwechsel-Experten ist das Abendessen mit der wichtigste Hebel beim Abnehmen. Denn jetzt muss der Organismus so versorgt werden, dass der nächtliche Fettabbau nicht gestört wird, bzw. überhaupt erst in Gang kommt.

Gegessen wird also, was die Insulin-Menge im Blut möglichst gering hält.

Bei der Stoffwechseldiät von Detlef Pape lautet das oberste Motto für den Abend: „Eiweiß für den nächtlichen Fettabbau“. Gegessen werden dürfen magere Fleisch-, Geflügel- und Wurstsorten, Fisch, Eier und Tofu. Sie werden mit bis zu 500 Gramm Gemüse pro Portion kombiniert.

Beim Abendessen wird Dr. Pape ganz streng. Der Franzose Montignac nimmt es nicht ganz so ernst

Bei Dr. Pape sind jetzt auch die „klassischen Kohlenhydrat-Lieferanten wie Nudeln, Reis, alle Arten von Backwaren, Kartoffeln, Obst, Limonaden und Süßigkeiten“ tabu.

Weniger streng geht es bei Michel Montignac zu. Kohlenhydrate dürfen sein, vorausgesetzt, sie haben einen sehr niedrigen Glyx-Wert (Tabellen finden Sie hier). Auch eine Kombination aus Eiweiß und „guten“ Kohlenhydraten (bis GI 50) ist zulässig, dann aber ohne gesättigte Fette, wie sie in Fleisch, Wurst, Butter und Vollmilchprodukten enthalten sind. „Denn die Fette“, so Montignac, „die beim Abendessen verzehrt werden, werden am leichtesten gespeichert, vor allem wenn es sich um gesättigte Fette handelt.“

 

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