Thalasso-Therapie: Schönheit und Gesundheit aus dem Meer

Das Meer hat Hoch­kon­junk­tur. Als Quelle von Schön­heit und Gesundheit beginnt es auch hierzulande, immer mehr Anhänger zu gewinnen. Das beste: Mit einer Thalasso-Therapie kann sich die Wohltaten des Meeres auch ins heimische Badezimmer holen.

Wo gibt es das schon, dass das, was gut für´s Aussehen ist, auch noch die Gesundheit fördert. „Eine Thalasso-Therapie, die individuell auf die Bedürf­nisse des Erholungssuchenden abgestimmt ist, erhöht die Stoffwechsel­aktivität, entschlackt und entgiftet den Körper und erfrischt die Seele“, faßt der Mediziner Dr. Ingfried Hobert die Wohltaten aus dem Meer zusammen. Ganz gleich ob Wasser, Salz, Schlick oder Algen, bei der Thalasso-Therapie (Thalasso ist griechisch und heißt Meer) kann alles eingesetzt werden. Meerwasserlösungen als Nasentropfen gehören genauso dazu wie Meerschlick für Gesichts- oder Ganz­körperpackungen.

Thalasso-Therapie zur Vorbeugung, allgemeinen Regene­ration und Entspannung

Die Thalasso-Therapie wird sowohl für die Behandlung von Symptomen als auch zur Vorbeugung, allgemeinen Regene­ration und Entspannung eingesetzt. Bei einer umfassenden Therapie profitiert nicht nur die Haut davon, sondern auch die Atemwege und der gesamte Organis­mus. Auch bei Gewebeschwäche, Übergewicht oder Cellulite werden Tha­lasso-Anwendungen erfolgreich eingesetzt.

Viel Beachtung finden die Algen. Sie sind überaus reich an Nähr­stoffen und werden vom Körper sehr gut aufgenommen. Für Anwen­dungen, die von innen wirken sollen, können speziell zubereitete Algenampullen mit Wasser verdünnt oder pur getrunken werden. Oder Algenpulver wird mit Wasser vermischt und als Breipackung auf die Haut aufgetragen.

Algen-Kosmetik beruhigen und straffen die Haut

Das breite Wirkspektrum der Algen kommt insbesondere auch in der Kosmetik zum Einsatz: „Algen entschlacken das Gewebe, adsorbieren überschüssigen Talg, fördern die Durchblutung, unterstützen Narbenheilung, klären den Teint, beruhigen und straffen die Haut“, weiß die wohl bekannteste Thalasso-Fachfrau Mireille Jochum-Guillou aus Saarbrücken, die seit 30 Jahren die Forschung auf diesem Gebiet in eigenen Instituten vorantreibt und das Konzept der „Kosmetik von Innen“ vertritt.

Bei der Thalasso-Therapie spielen verschiedene Algen eine große Rolle. Je nach gewünschtem Effekt werden unterschiedliche Arten eingesetzt: Die Alge Eisenia hemmt Entzün­dungen, Polysiphonia wirkt antibakteriell, Fucus esculantus beugt der Verhärtung von Gewebe vor. Erfahrene Algentherapeuten sind in der Lage, spezielle Mischungen für individuelle Probleme herzustellen und erreichen damit z. B. ungeahnte Verbesserungen des Hautzustandes.

TIPP

Den besten Einstieg in die Thalasso-Welt bekommt, wer sich ein Wochen­ende oder noch länger einer Tha­lasso-Therapie „aussetzt“. Vor Ort erfährt man, mit welchen Produkten gearbeitet wird und bekommt Tipps für die Fortführung der Anwendungen zu Hause. Denn so schön auch professionelle Anwendungen sind, ohne konsequente Fortführung in den eigenen vier Wänden ist das Ergebnis einer Woche schnell wieder verpufft.

Warum wirken Thalasso-Anwendungen?

Thalasso-Therapeut Stefan Andreas Görlitz von der Thalasso Medi-Therme in Asendorf erklärt die positiven Wirkungen von Thalasso-Anwendungen damit, dass gereinigtes Meerwasser und menschliches Blutplasma eine ähnliche chemische Zusammen­setzung haben. „Algen werden darüber hinaus vom menschlichen Organismus sehr gut aufgenommen.“ Die Inhaltsstoffe können somit schnell ihre Wir­kungen entfalten. Das gelte für die äußerlichen Anwendungen wie für die inneren.

Die wohltuende Wirkung von Salzwasser kennt jeder, der schon einmal in Sole gebadet hat. Auch zur Behandlung von Hautkrankheiten wird Salzwasser eingesetzt. Das Tote Meer ist dafür berühmt. Es eignet sich auch hervorragend für die Tiefenreinigung von Gesicht und Hals. Auch als Peeling wird Meersalz genommen. Es entfernt abgestorbene Haut­schuppen, revitalisiert die Haut und ermöglicht die optimale Aufnahme von Wirkstoffen.

Gesunder Schlick

Wenig bekannt sind die wohltuenden Wirkungen, die Meeresschlick entfalten kann. Es handelt sich um salzhaltigen Schlamm, der u.a. aus kleinen abgestorbenen Pflanzenresten besteht, die sich auf dem Meeresboden abgesetzt haben. Die heilsame Wirkung ist seit Jahrhunderten überliefert. Schlick kann Entzündungen hemmen, Juckreiz stillen und fördert die Regeneration der Haut. Bei der Förde­rung wird darauf geachtet, dass der Schlick frei von Schadstoffen ist. 

Auch in der Kosmetik wird Schlick als Grundstoff eingesetzt. So hat das Labora­torium für Meerkosmetik in Cuxhaven eine eigene Kosmetik-Serie entwickelt. Die Pflegeprodukte eignen sich speziell für trockene und sensible Haut. Wirkstoffe aus dem Schlick haben sich auch in Anti-Falten-Cremes bewährt und werden bei der Celullitebehandlung eingesetzt.

Thalasso-Therapie ist Kosmetik von Innen

Eine Behandlung von Innen teilt sich in drei große Phasen:

Erste Phase: Zuerst muss der Körper entschlackt werden. Die sogenannte „Draino­therapie“ ist ein Großreinemachen des Körpers. Nicht nur die allgegenwärtigen Schadstoffe, sondern auch der „seelische Müll“ müssen entfernt werden. Diese erste Phase hilft gegen Abgespanntheit und unterstützt Gewichtsabnahme und Leistungs­fähigkeit. Eines der einfachsten Mittel zur Entschlackung ist schwarzer Rettich. Er kann als Gemüse gegessen oder als Saft getrunken werden. Ansonsten kann man auf einen Komplex aus Meeresalgen in Kapsel­form zurückgreifen.

In der zweiten Phase wird der Körper durch Entkrampfung revitalisiert. Entspannung und Verlangsamung physiologischer Akivitäten kann man zum Beispiel durch Musiktherapie erreichen. Musik wirkt auf Emo­tionen und viele physische Prozesse. Entspannung ist nicht gleichbedeutend mit gemütlichem Sitzen vor dem Fernseher, sondern man muss lernen, sich wieder auf seinen Körper zu konzentrieren.

Schließlich folgt die dritte Phase des Aufbaus: hochwertige Vollwerter­nährung sollte selbstverständlich sein. Nahrungsergänzungen sind uner­läßlich, um die Unterversorgung mit Spuren­elementen, Vitaminen und Mine­ralien zu kompensieren.

Was macht Meeresalgen so wirksam?

Algen gehörten zu den ersten Organismen auf der Erde. Sie leben meist in den lichtdurchfluteten Regionen des Wassers.
Die größten Algenvorkommen findet man in einer Tiefe bis zu 30 Metern. Derzeit kennt die Wissenschaft rund 30.000 verschiedene Algenarten. Erforscht sind über 1200.

Rund 300 Algenarten finden im Rahmen der Thalasso-Therapie Verwendung. Was Algen so wertvoll macht, ist ihr ungewöhnlich hoher Anteil an Mineralstoffen, Spuren­elementen, Vitaminen, Aminosäuren und anderen für den Menschen wertvollen Bestandteilen.

Algen werden für viele Zwecke aufbereitet: Sie werden in der Lebensmittelindustrie, in der Pharmazie, der Medizin, der Land­wirtschaft etc. eingesetzt. In Frankreich beschäftigt sich die Forschung schon seit 70 Jahren mit den Algen.

Das besondere an Algen ist, dass sie vom Körper innerlich und äußerlich leicht aufgenommen werden können.
Der Grund ist, dass das Algenplasma in vielen Punkten eine ähnliche Zusammen­setzung wie das menschliche Blutserum hat. Meerwasser enthält nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft ca. 25 Mineralstoffe und Spurenelemente in nennenswerter Konzentration, von denen ein hoher Anteil auch im Blutplasma nachweisbar ist.

Meer­wasser kann auf den Mineralhaushalt des Organismus eine ausgleichende Wirkung ausüben und damit zur Gesunderhaltung beitragen. Gleiches gilt auch für die Algen, deren Zellen das Meerwasser filtern und die wertvollen Inhaltsstoffe speichern.

Auch Algen­substanzen werden vom Orga­nis­­mus wie eine körpereigene Substanz akzeptiert. Auf dieser Tatsache beruht die ganze Thalasso-Therapie. Denn hier geht es darum, die Wirkstoffe aus dem Meer­wasser dem Körper möglichst schnell und ohne Umwege zuzuführen.

Unterschiedliche Algenarten haben unterschiedliche Wirkungen. Deshalb können zum Beispiel Thalassobäder auch unterschiedliche Funktionen erfüllen: Ein Bad kann den Kreislauf anregen oder beruhigen, den Körper entgiften oder die Haut straffen.

Tipps für ein Algenbad

Wannenbäder können je nach Zusätzen und der Wassertemperatur anregend, entspannend oder beruhigend sein. Thalasso-Expertin Mireille Jochum-Guillou empfiehlt bei einer kurmäßigen Anwendung von Algenbädern 2 bis 3 mal pro Woche in die Wanne zu steigen. Später reicht 1 mal pro Woche.

Algenbäder können außer als Vollbad auch noch als Sitzbad, Hand-Armbäder oder als Fußreflexzonenbäder genommen werden.

Auswirkung der Wassertemperatur auf den Organismus:

  • von 25° bis 31° C (lauwarm): stimulierend
  • von 32° bis 34° C (warm): beruhigend und ausgleichend
  • von 35° bis 36° C (sehr warm): entspannend (für den gesunden Menschen)
  • von 37° bis 38° C (heiß) unterstützend beim Abnehmen und gegen Cellulite (nicht bei Bluthochdruck etc.)

Meer-Salz tut Ihrer Haut gut

Salzanwendungen erhöhen die Aufnahmefähigkeit und Widerstandskraft der Haut. Sie sind feuchtigkeitsbindend (Hautglättung), wirken antibakteriell und entzündungshemmend.

Meersalzwaschungen / Spülungen / Güsse

1 - 2 gehäufte TL Salz auf 1 Liter Wasser; zu empfehlen bei allgemein empfindlicher Haut, allergischen Reaktionen, Hautunreinheiten und Ekzemen

Meersalzabreibungen

Einen feuchten Waschhandschuh oder feuchte Naturborstenbürste in Salz drücken und lokale oder Ganzkörperabreibungen durchführen. Zu empfehlen bei grauer, müder, schlecht durchbluteter Haut; vor der Sauna und bei Cellulite; auch zur Narben­behandlung

Meersalzpackungen

Den nassen Körper direkt mit Salz belegen/bestreuen, mit Bürsten auftragen. Mindestens 30 Minuten, besser bis zu 4 Stunden warm zugedeckt wirken lassen. Wirkt reinigend, beruhigend, fördert die positive Um­stimmung und ist zugleich die intensivste Vorberei­tung für das Einschleusen von Wirkstoffen. Zu empfehlen bei Schlafstörungen und Ganz­körper­behand­lungen.

Meersalzwickel

Zwei bis vier Esslöffel Salz auf 1 Liter heißes Wasser geben. Breite Mullbinden darin tränken. Dann den ganzen Körper einschließlich Hals und Gesicht (nicht zu fest) damit einwickeln. Mindestens 30 Minuten warum zugedeckt ruhen; bindet Feuchtigkeit und führt sofort sichtbar zu verbesserter Durchblutung und Spannkraft. Zu empfehlen bei vorzeitig gealteter Haut, Sonnen­schäden und schwachem Bindegewebe.

Meersalzkompressen

Ein feucht-heißes Handtuch reichlich mit Meersalz bestreuen, 2 bis 3 Minuten gegen das Gesicht drücken. Wirkt Wunder bei Stress, Ermüdungserscheinungen, wirkt beruhigend und bekämpft Bakterien. Zu empfehlen bei Akne, öliger Haut (Fettüberproduktion) und Gesichtsmüdigkeit.

Meersalzbäder

Mindestens 500 g Meersalz wirken - je nach Zusätzen - entspannend, anregend oder beruhigend. Auch einzusetzen als Teilbäder (Arm- und Sitzbäder).
(Quelle: Biomaris)

Regeln für ein Thalasso-Bad

  • -Ein Bad sollte frühestens eine, besser zwei Stunden nach der letzten Mahlzeit genommen werden; nach dem Bad sollte man ungefähr eine halbe Stunde ruhen; 38 Grad dürfen bei Algenbäder ohne ärztliche Aufsicht nicht überschritten werden.
  • Kontrollieren Sie auch während des Bades mit einem Thermometer die korrekte Temperatur des Badewassers.
  • Die Badedauer sollte anfangs auf fünf bis zehn Minuten beschränkt werden. Später kann die Dauer dann auf bis zu 20 Minuten ausgedehnt werden.

Thalasso-Produkte

Zu einer Thalasso-Therapie gehören nicht nur Bäder, Packungen aus Algen oder Schlick und andere äußere Anwendungen. Aus dem Meer kommt auch vieles, was getrunken oder gegessen werden kann. Aufbereitetes Meerwasser kann getrunken werden und insbesondere aus Algen werden unzählige essbare Thalasso-Produkte hergestellt. Die äußeren und die inneren Anwendungen unterstützen sich und bewirken eine Verstärkung der gewünschten Effekte.

Auf dem Markt erhältlich sind flüssige, sehr nährstoffreiche Algenkonzentrate in Ampullen, Algen­pulver oder Algenkapseln. Je nach Hersteller und Therapiezweck schwanken die Inhaltsstoffe und die Konzentration.

So sind in Algenkapseln in der Regel mehrere Algen zusammen enthalten, sog. Algenkomplexe, die aus 6, 10 oder noch mehr unterschiedlichen Algenarten bestehen können. Ihnen allen ist aber eines gemeinsam: Sie enthalten eine Vielzahl von Mineralien, Spuren­ele­menten, Vitaminen und Aminosäuren. Aber auch für diese Produkte gilt: Was aus dem Meer kommt, enthält Jod. Deshalb sollte während einer Kur der Verzehr anderer jodhaltiger Lebensmittel reduziert werden. Jod-Tabletten sollten nach Rücksprache mit dem Hausarzt eventuell abgesetzt werden.

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