Verhüten ohne Pille: So funktionieren Verhütungsring, Hormonpflaster, Hormonspirale, Hormonimplantat und Depot-Spritze

  • Verhütungsring

Der Verhütungsring besteht aus einem weichen Kunststoff und wird ähnlich wie ein Tampon in die Vagina eingeführt (die Hilfe eines Arztes ist nicht notwendig) und nach drei Wochen wieder entfernt.

Hormone aus der Gruppe der Östrogene und Gestagene verhindern eine Schwangerschaft. Die Dosierung der Hormone ist geringer als bei der Pille.

  • Hormonpflaster

Wie bei der Pille und dem Verhütungsring kommen auch beim Hormonpflaster die beiden Hormone Östrogen und Gestagen zum Einsatz. Das ungefähr 4,5 mal 4,5 Zentimeter große Pflaster wird jeweils für eine Woche auf die Haut geklebt. Nach drei Wochen folgt eine einwöchige Pause, in der es zur Blutung kommt.

  • Hormonspirale

Während Pille, Hormonpflaster und Verhütungsring für Frauen ab Mitte 30 aufgrund der Östrogene von vielen Frauenärzten nur noch eingeschränkt verschrieben werden, ist die Hormonspirale auch für diese Frauen oft geeignet, denn hier wirkt nur das Hormon Gestagen. Die Hormon­spirale wird vom Frauenarzt direkt in die Gebärmutter gelegt. Wie die „normale“ Spirale wirkt sie auch mechanisch – in der Gebärmutter kommt es zu einer Entzün­dungs­­reaktion, die das Einnisten eines befruchteten Eis verhindert. Durch das Hormon Gestagen wird zusätzlich der Gebärmutterschleim verdickt, so dass ihn Spermien nicht durchdringen können.

  • Hormonimplantat

Auch diese Verhütungsmethode kommt ohne Östrogene aus. Ein ca. vier Zentimeter langes Kunststoffstäbchen wird vom Arzt an der Innenseite des Oberarms eingesetzt und gibt dort kleine Mengen Gestagen ab. Es kann bis zu drei Jahren unter der Haut bleiben. Das Hormon Gestagen unterdrückt den Eisprung und verdickt den Schleim im Gebärmutterhals.

  • Depot-Spritze

Unterschieden wird zwischen 1- und 3-Monatsspritzen. Bei der 1-Monatsspritze wird ein Kombinationspräparat aus Östrogen und Gestagen in den Oberarm bzw. in den Po gespritzt und so der Eisprung unterdrückt.

Bei der 3-Monatsspritze gibt ein hochdosiertes Gestagen­präparat für zwei bis drei Monate Schutz vor einer Empfängnis. Die Nachteile sind gravierend: Bereits nach der zweiten Spritze kann es zu einer Schrumpfung der Gebärmutterschleimhaut kommen. Erst 9 bis 12 Monate nach der letzten Depotspritze erholt sie sich wieder. Auch von ausbleibenden Monatsblutungen wird berichtet. Sie wird in der Regel nur Frauen mit abgeschlossener Familienplanung empfohlen. → zurück zu Teil 1

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