Wie Sie Schimmel in der Wohnung wieder loswerden

 Häufig entwickelt er sich im Verborgenen: Schimmel. Ein modriger, muffiger Geruch zieht durch die Wohnung oder dunkle Flecken auf der Tapete, im Bad, an Duschvorhängen oder hinter Schränken weisen auf das Problem hin. „Schimmelpilze können Allergien auslösen. Typische Anzeichen sind Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Sogar Asthma kann die Folge sein", sagt Dr. Katja Matthias, Ärztin im AOK-Bundesverband. Bei Beschwerden sollten Betroffene zu ihrem Hausarzt oder zu einem Umweltmediziner gehen. Wird eine Schimmelpilzallergie nachgewiesen, sollte die Wohnung untersucht und wenn nötig saniert werden. Und das kann aufwändig und teuer sein.

Alle organischen Materialien können von Schimmel befallen werden: Holz, Tapeten, Stoffe, sogar Ziegel können verschimmeln. Die Pilze lieben Feuchtigkeit und Wärme. Viele Arten wachsen bereits ab einer Luftfeuchtigkeit von 65 Prozent. Ursache für erhöhte Luftfeuchtigkeit in Innenräumen können Baumängel, schlechte Wärmedämmung, unsachgemäßes Lüften oder Heizen sein.

Drei bis vier Mal am Tag kurz die Wohnung lüften

Rund zehn Liter Wasserdampf werden in einem Vier-Personen-Haushalt durchschnittlich pro Tag an die Raumluft abgegeben - durch Atmen und Schwitzen, Baden, Duschen oder Kochen. Kann diese Feuchtigkeit nicht aus der Wohnung, schlägt sich die Nässe an kühlen Flächen nieder.

„Um das zu verhindern, hilft nur regelmäßiges Lüften", weiß Astrid Mühlenbrock, Mitarbeiterin von „Umwelt und Gesundheit" bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Sorgen Sie drei bis vier Mal am Tag jeweils fünf bis fünfzehn Minuten lang für kräftigen Durchzug, indem Sie die Fenster gegenüberliegender Räume samt Türen ganz öffnen." So kann mit Feuchtigkeit gesättigte Luft entweichen. Koch- und Duschdampf sollte auf diese Weise sofort abziehen.

Dauerlüften durch gekippte Fenster ist dagegen nicht sinnvoll, da der Bereich der Fensterstürze insbesondere im Winter stark auskühlt. In der Folge können sich dort Feuchtigkeit und damit auch Schimmel bilden.

Wichtig: Gleichmäßig die Wohnung heizen

Schränke sollten eine Handbreit von der Wand aufgestellt werden, damit dahinter die Luft zirkulieren kann. Wichtig ist es auch, das Haus oder die Wohnung gleichmäßig zu heizen. Die Tür zu kühleren Räumen sollte geschlossen werden. Wie hoch die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung ist, kann man mit einem speziellen Messgerät, einem sogenannten Hygrometer, ermitteln. Ein gesundes Wohnklima herrscht bei einer relativen Luftfeuchte von 40 bis 60 Prozent.

Meist ist unzureichendes Lüften und Heizen nicht der alleinige Grund für den Pilzbefall. Auch Baumängel, eindringendes Wasser von außen und Feuchtig­keits­­­­­schäden im Haus können Schimmelflecken verursachen – und das häufig erst nach Jahren.

„Es ist immens wichtig, die Ursache für die Feuchtigkeit und damit den Befall herauszufinden. Nur so kann man das Problem auf Dauer in den Griff bekommen", sagt Mühlenbrock. Die Expertin rät, zu diesem Zweck einen Sachverständigen einzuschalten. Tipps und Beratung zur Ursachenforschung geben auch die regionalen Verbraucherinitiativen.

Kleine Schimmel-Schäden können selbst saniert werden

Ist eine Fläche von weniger als einem halben Quadratmeter mit Schimmel befallen, können die Schäden selbst saniert werden - allerdings erst, wenn die Ursachen des Befalls erkannt und behoben wurden.

Bei trockenen Stellen eignet sich dafür am besten 70-prozentiger Ethanol - ein Alkohol, der in Apotheken und Baumärkten erhältlich ist. Zur Reinigung und Desinfektion feuchter Flächen eignet sich 80-prozentiger Ethanol. Fungizide, also pilzabtötende Präparate, brauchen meist nicht verwendet werden.

Wer chronisch krank ist, sollten den Schimmel nicht selbst entfernen

Sind glatte Flächen befallen, können sie abgewischt werden. Polster, Teppiche, Silikonfugen und andere Materialien, in die der Schimmel bereits eingedrungen ist, müssen meist entsorgt werden.

Bei der Schimmelsanierung sollten nur Gesunde arbeiten. „Wer unter Allergien leidet, chronisch krank oder immungeschwächt ist, sollte Schimmel nicht selbst entfernen", warnt Medizinerin Dr. Katja Matthias.

Und es sollte nicht vergessen werden, während der Sanierung gut zu lüften. Außerdem sollten Schutzhandschuhe und Mundschutz getragen werden. Für umfangreiche Sanierungen sollte in jedem Fall eine Firma beauftragt werden, die Erfahrung mit solchen Arbeiten hat.

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