Yoga-Stellungen: Verletzungen und andere Nebenwirkungen

Mögliche Folgen: blockierte Wirbelgelenke, Sehstörungen, Empfindungsstörungen, Bandscheibenvorfälle etc.

Yogaübungen sind längst nicht immer so sanft und harmlos, wie es viele Vertreter des Fachs Glauben machen wollen. Manche Übungen ziehen Verletzungen, Zerrungen und andere Beschwerden geradezu an. Besonders Anfänger oder ältere Wiedereinsteiger glauben alles mitmachen zu können. Besonders bei folgenden Übungen sind Verletzungen nicht selten: Schulterstand, Kopfstand, Aufwärtsbogen, Yoga-Pflug und Diamantsitz.

Verletzungen beim Schulter- und Kopfstand

Der Schulterstand kann Wirbelgelenke blockieren

Schulterstand und Kopfstand gehören zu den sogenannten Umkehrhaltungen. Doch weil der Mensch körperbaulich bedingt nun mal nicht für solche Figuren „ausgelegt“ ist, können die Folgen gravierend sein. Sie reichen von blockierten Wirbelgelenken bis zu Sehstörungen und Empfindungsstörungen, z. B. in den Armen. Weil diese Körperhaltungen zu den gefährlichsten Übungen zählen, werden sie von einigen Yogalehrern auch nicht mehr praktiziert und gelehrt.

Aufwärtsbogen

Aufwärtsbogen – nicht gut für die Wirbelsäule

Die extreme Beugung der Wirbelsäule und des Nackens setzt die Bandscheiben unter Spannung. Mögliche Verletzungen: Nerven können eingeklemmt, akute Bandscheibenvorfälle ausgelöst werden.

Yoga-Pflug

Yoga-Pflug: Wem seine Nerven lieb sind, lässt sowas sein

Für diese Stellung gilt dasselbe wie für den Schulterstand: Nerven können eingeklemmt, Wirbelgelenke blockiert werden.

Diamantsitz

Der Diamantsitz sieht harmlos aus, kann aber die Blutversorgung verschlechtern

In Yoga-Kreisen wird diese Sitzhaltung gegen Krampfadern und müde Beine empfohlen. Doch wer länger in dieser Haltung verharrt – zum Beispiel beim Meditieren –, bei dem können sich unangenehme Nebenwirkungen bemerkbar machen: Die Blutversorgung von Unterschenkeln und Füßen verschlechtert sich.

Yoga-Praxis: Wie Sie Verletzungen und andere Nebenwirkungen vermeiden

  1. Finden Sie einen qualifizierten Lehrer. Nicht jeder, der mit beeindruckenden Yoga-Übungen glänzen kann, ist auch ein guter Lehrer. Auch längeres Verweilen in irgendwelchen Yoga-Camps qualifiziert nicht unbedingt. Kenntnisse des Körperbaus und langjährige Erfahrung als Yogalehrer sind viel wichtiger. Ein hilfreicher Hinweis auf die Qualifikation sind Mitgliedschaften in Yogalehrer-Vereinigungen, denn da wird nicht jeder aufgenommen.
  2. Kleine Übungsgruppen. Je kleiner die Gruppe ist, in der Sie unter Anleitung üben, desto besser; mehr als zehn Teilnehmer sollten es nicht sein. Einzelunterricht ist natürlich noch besser, aber auch teurer. Die Preise: Gruppenunterricht: 10 bis 15 Euro pro Stunde; Einzelunterricht ca. 60 Euro pro Stunde.
  3. Keine Wettkampfgedanken. Yoga sollte frei von Wettbewerbsgedanken sind. Wer an „höher“, „schneller“ und „weiter“ denkt, zieht Verletzungen geradezu magisch an.
  4. Vorerkrankungen berücksichtigen. Ein guter Yogalehrer fragt nach Vorerkrankungen und erlittenen Verletzungen und berücksichtigt das auch bei den Übungen.
  5. Nicht übertreiben. Alle Übungen die mit Dehnen, Strecken oder Beugen einhergehen, sollten insbesondere von älteren Anfängern (40 +) immer mit Vorsicht praktiziert werden. Denn auch bei vermeintlich leichten Übungen sind für sportliche Novizen Verletzungen nicht ausgeschlossen.

Fotos: Fotos (4): Dmitrijs Gerciks / Dreamstime.com

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