Zeckenbiss und Borreliose: Nicht gleich mit Antibiotika behandeln

Sinnvoll ist ein PCR-Test

Zeckenschutzimpfungen schützen vor FSME, die zur Gehirnhautentzündung führen kann. Doch bislang gibt es keinen Impfschutz vor der weitaus häufiger auftretenden Borreliose, die ebenfalls durch Zeckenbisse (genauer eigentlich Zeckenstiche) übertragen wird. Doch wer schnell und richtig handelt, kann sich in den meisten Fällen die Krankheit vom Leib halten.

  •  Die gute Nachricht vorweg: In längst nicht jeder Zecke stecken Borrelien. Eine Studie des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg ergab, dass nur 15 Prozent der Spinnentiere mit diesen Bakterien infiziert sind.
  • Aber auch wer von einer infizierten Zecke gebissen wurde, hat eine recht große Chance, von den Borrelien verschont zu bleiben: Denn nur bei jedem vierten Menschen, der von einer mit Borreliose infizierten Zecke kam es auch zur Borreliose. Und das sollte doch schon mal beruhigen.
  • Wer von einer Zecke gestochen wurde, sollte sie möglichst schnell wieder aus der Haut bekommen (wie Sie Zecken richtig entfernen, lesen Sie hier).
  • In der Regel gehen die Borrelien – wenn vorhanden – frühestens nach 24 Stunden auf den Menschen über.
  • Versuche mit Tieren ergaben: Wenn die Zecke (mit Borrelien) innerhalb von 24 Stunden entfernt wurde, war nur eines von 14 Tieren infiziert; dagegen waren 13 von 14 Tieren erkrankt, wenn die Zecke 72 Stunden lang saugen konnte.

Zeckenbiss: Heute wird nicht mehr gleich mit Antibiotika behandelt

  • Nach einem Zeckenbiss gleich mit Antibiotika zu behandeln, wird von Fachleuten heute nicht mehr empfohlen.
  • Informierte Ärzte gehen mittlerweile einen andern Weg: Zuerst wird untersucht, ob die entfernte Zecke überhaupt Borrelienträger ist. Den sogenannten PCR-Test machen spezialisierte Labore. Hierbei geht es um den Nachweis von borrelienspezifischer DNA. Er ist keine Kassenleistung und kostet ca. 35 Euro. Der Arzt schickt die Zecke zur Bestimmung per Post ein (man kann es auch selbst machen). Das Ergebnis steht wenige Tage später fest.
  •  Ist die Zecke ein Borrelienträger, kommt es zwar in den meisten Fällen nicht zur Infektion (siehe oben). Wenn nach 10 bis 14 Tagen die typischen Krankheitszeichen – Rötungen rund um die Einstichstelle und / oder grippe­ähnliche Symptome aber auftauchen, folgt eine Behandlung mit Antibiotika.
  • Auch wenn die Symptome einer Borreliose sich nicht bemerkbar machen, sollte vier bis sechs Wochen nach dem Biss ein Antikörpertest gemacht werden. Länger sollte nicht gewartet werden, denn Borrelien halten sich nur kurze Zeit im Blut auf und setzen sich schnell im Bindegewebe fest. Dort sind sie durch Antibiotika nur schwer oder gar nicht mehr angreifbar.
  • Der Antikörpertest ist ebenfalls keine Kassenleistung; die ca. 35 Euro muss der Patient selbst zahlen.

Alternative Behandlungsmöglichkeit: Mit einer Enzymtherapie

  • Die Folgen einer nicht behandelten Borreliose können gravierend und vielfältig sein: lebenslange Gelenk- und Nervenschmerzen gehören dazu, aber auch Ödeme und Herzerkrankungen.
  •  Einen ganz anderen Weg, die möglichen Krankheitserreger der Borreliose zu bekämpfen, geht der Münchener Immunologe Dr. Peter Schleicher: Er setzt bei der Behandlung von Zeckenbissen unter anderem auf die Enzymtherapie. „Ich gebe direkt nach einem Zeckenstich 3 x 10 Enzymdragees.“ Und der Mediziner ist sich sicher: „Durch diese Behandlung traten bei keinem meiner Patienten in den letzten zwanzig Jahren nach einem Zeckenstich Komplikationen auf.“ Nach seiner Theorie unterstützen die Enzyme (Bromelain und Trypsin) das Immunsystem bei seiner Abwehr. 

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